Nord verliert Spitzenspiel und Anschluss

Was ein schwarzer Dienstag für die Oberhausener Klubs. In den Nachholspielen am späten Abend setzte es für alle drei Bezirksligisten, die heute im Einsatz waren, Niederlagen. Und für alle waren es sehr schmerzliche. Sterkrade-Nord verpennte die Anfangsphase und dürfte aus dem Aufstiegsrennen raus sein. Sterkrade 06/07 steckt nach der deutlichen Heimniederlage noch viel tiefer im Abstiegskampf, in dem Landesliga-Absteiger Safakspor sowieso schon steckte und heute selbst gegen "grottenschlechte" Essener die Gegentreffer 104, 105, 106 und 107 in dieser Spielzeit hinnehmen musste. 

Bezirksliga - Gruppe 4

Sterkrade-Nord - TuS Essen-West 1:2 (0:2)

Das wars wohl, der Aufstiegszug für die Spielvereinigung Sterkrade-Nord dürfte seit dem späten Dienstagabend abgefahren sein. Im Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten Essen-West 81 kassierte die Mühlbauer-Elf eine 1:2 (0:2)-Niederlage. Es war zugleich die erste Saisonniederlage für die Oberhausener, während die Essener sich zunächst Tabellenführer nennen dürfen.

   Das Spiel hatte noch gar nicht richtig angefangen, da war es im Prinzip auch schon für die Gastgeber gelaufen. In der vierten Spielminute flog ein langer Ball der Essener in Richtung Strafraum, wo zwei Nordler und ein Essener im Luftkampf zusammenrasselten und der Ball aber weiter flog. Im Strafraum musste ein Gäste-Spieler, der bereits mutterseelenallein vor Schlussmann Christian Klingbeil stand, nur noch quer legen, wo Björn Matzel stand und locker zur Führung einschieben konnte. „Das darf nie und nimmer passieren, da waren wir schlecht aufgeteilt“, kritisierte Lars Mühlbauer nach dem Spiel diese Szene. Doch es kam kurze Zeit später aus Sicht der Oberhausener noch schlimmer. Marc-Dominic Breilmann setzte einen Freistoß aus knapp 18 Metern über die Mauer und gefühlvoll und unhaltbar in die Maschen. 13 Minuten waren gerade einmal um und die Gäste führten bereits mit 2:0. Man merkte Nord-Trainer Mühlbauer die Unzufriedenheit an. Zu viele lange Bälle, zu wenig Bewegung und in den entscheidenden Momenten nicht clever genug. So präsentierte sich seine Elf oftmals in den ersten 45 Minuten. Dabei hatte aber Daniele Kowalski nach 21 Minuten die große Chance, den Anschlusstreffer zu erzielen. Nach einem Gewühl im Strafraum kam er aus zehn Metern frei zum Schuss. Doch der glich mehr einer Rückgabe und war zudem viel zu mittig, so dass der Essener Keeper Thomas Scholz keine Probleme hatte, den Ball zu fangen. Die Gäste kamen nach einer halben Stunde und einem Eckball noch einmal dem Oberhausener Tor näher. Doch der Kopfball ging daneben, so dass es beim 0:2 nach der ersten Halbzeit blieb.

Lars Mühlbauer.
Lars Mühlbauer.

   Der Tabellendritte kam noch einmal mit Schwung aus der Kabine, wirkte motiviert und wollte nach dem Pausentee einiges besser machen. Doch wie Mühlbauer hinterher auch zugab, war einiges nicht klar durchdacht und etwas zu hektisch. So dauerte es bis zur 67. Minute, als erneut Kowalski aus 20 Metern dieses Mal zum Schuss ansetzte. Dieses Mal härter, aber genauso unpräzise und erneut in die Arme von Scholz, der bei einigen Flanken nicht immer sicher wirkte. Fünf Minuten später war es aber so weit. Timm Wüsten wurde durch einen klugen Rückpass von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr bedient und schoss den Ball ins rechte lange Eck zum viel umjubelten Anschlusstreffer ein. Von den Gästen kam in Halbzeit Zwei quasi nichts mehr. Zwar boten sich immer wieder Räume und gute Kontergelegenheiten an. Diese wurden aber oftmals zu schlampig verspielt, so dass Nord-Schlussmann Klingbeil nicht wirklich mehr eingreifen musste. Zeit genug war also auch noch für die Oberhausener nach dem Ausgleich, doch die einzige echte verbliebene Torgelegenheit nach dem 1:2 vergab Oliver Straub in der 79. Minute, als er frei vor dem Tor auftauchte. Doch im letzten Moment konnte Scholz das runde Leder noch zum Eckball abwehren. Auch über sieben Minuten Nachspielzeit (fünf waren angezeigt worden) brachten den Oberhausenern den nicht so sehr gewollten Ausgleich.

   „Wir waren heute nicht richtig zwingend. Die Jungs haben zwar alles versucht, auch am Ende mit der Brechstange, aber so richtig gefährliche Torchancen waren nicht dabei“, gab auch Mühlbauer nach Spielschluss ehrlich zu Protokoll. Auffällig waren auch die vielen schwachen Standardsituationen - egal, ob Freistöße oder Eckbälle. „Das stimmt, da wirkten wir fast immer zu unruhig, da hätten wir mehr raus machen können. Vor allem, wenn man selber weiß, dass es bei uns auch eine echte Waffe sein kann.“ Für Mühlbauer war die Partie im Nachhinein auch schon früh entschieden. „Gegen Spitzenteams kannst du dir einfach nicht erlauben, zurückzulegen. Da wird es sehr schwer, noch einmal zurück zu kommen. Nun ist der Aufstiegszug abgefahren, da brauchen wir nicht mehr drüber nachdenken“, so der geknickte Cheftrainer nach Abpfiff. 

Tore: 0:1 (4.), 0:2 (13.), 1:2 Timm Wüsten (72.)


Sterkrade 06/07 - Adler Frintrop 0:4 (0:2)

Im Nachholspiel gegen Adler Frintrop setzte es für die abstiegsbedrohte Mannschaft von Sterkrade 06/07 eine deutliche Niederlage. Mit 0:4 mussten sich die Oberhausener am Ende geschlagen geben, während man die komplette zweite Halbzeit in Unterzahl spielen musste.

    "Das war heute eine deutliche Angelegenheit", so der enttäuschte 06/07-Coach Dirk Rovers. Dabei hätte sein Team früh in Führung gehen können, vielleicht sogar müssen, doch es fehlte die letzte Entschlossenheit. "Wenn wir in dieser Situation das 1:0 machen, läuft das Spiel eventuell anders", so Rovers, der dann die Führung der Essener mit ansehen musste: In der 22. Minute traf der Gast zum 1:0. Kurz vor dem Pausentee folgten zwei weitere Aktionen, die den Genickbruch der Sterkrader bedeuteten: Erst sah Danny Buttenbruch in der 44. Minute die gelb-rote Karte und erwies seinen Kollegen damit einen Bärendienst, und nur eine Minute später erhöhte Adler Frintrop gar auf 2:0. Mit diesem Spielstand ging es dann in die Pause.

    In Durchganz Zwei fiel bereits in der 55. Minute die Entscheidung in dieser Partie: Frintrop konnte das 3:0 erzielen. Knapp 20 Minuten vor dem Ende sorgten die Frintroper mit dem 4:0 für den Schlusspunkt der Partie.

   "Wir haben viele individuelle Fehler gemacht und in vielen Situationen nur Geleitschutz gegeben", ärgerte sich Dirk Rovers, der aber auch den Gegner lobte: "Frintrop hat schon eine starke Mannschaft." Doch Rovers machte die Niederlage vielmehr an der eigenen Mannschaft fest: "Die Jungs haben nicht das gemacht, was vorgegeben wurde. Ich muss mich hinterfragen, wie ich das in Köpfe der Spieler bekommen soll. Wir trainieren und die Theorie erfolgt auf dem Fuße, doch es wird nicht umgesetzt." Dadurch dass der SV Union Frintrop sein Nachholspiel am heutigen Dienstag gewinnen konnte, rangiert Sterkrade 06/07 zwar weiterhin auf Rang 14, doch eben dieser SV ist nur noch einen Zähler hinter der Rovers-Elf. "Ich bin richtig enttäuscht heute", so der 06/07-Coach.

Tore: 0:1 (22.), 0:2 (45.), 0:3 (55.), 0:4 (71.)

Bes. Vorkommnis: Gelb-Rote Karte Danny Buttenbruch (44.)


SV Union Frintrop - TSV Safakspor 4:1 (2:1)

Safakspors Carsten Kemnitz war nach dem Spiel leider nicht zu erreichen für die Redaktion, doch seine Enttäuschung dürfte sehr groß sein. Denn er hatte im Vorfeld gesagt, "dass wenn wir gegen Union nicht gewinnen, ich auch nicht mehr weiß, gegen wen dann". Kemnitz hatte Union Frintrop am vergangenen Sonntag eine Halbzeit lang beobachten können und fand die Essener "grottenschlecht". Man fragt sich dann nach heute Abend zu Recht, was denn dann heute mit dem TSV los war!?

   Rechnerisch ist natürlich nach wie vor noch theoretisch alles möglich für den Tabellenletzten. Doch der Absteiger aus Oberhausen kassierte heute Abend die 19. Niederlage im 24. Spiel, weist 107 Gegentreffer auf und sammelte gerade einmal magere elf Punkte. Es ist der vorläufige Tiefpunkt für den Landesliga-Absteiger, der schon seit Wochen damit kokettiert, in der Kreisliga A einen Neuaufbau zu gestalten, noch mehr jüngere Spieler ranzuführen und die laufende Saison mehr oder minder abzuhaken. Nach dem heutigen Tage ist das wohl die sinnvollste Aufgabe, sich exakt darauf zu konzentrieren. Denn wie sagte Kemnitz bereits selbst schon vor Wochen? "Wir sind nicht Bezirksligareif."

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Kommentare: 2
  • #1

    botti (Dienstag, 23 April 2013 23:59)

    Traurig, wenn der Nord-Trainer zum jetzigen Zeitpunkt schon die Flinte ins Korn wirft. Dann kann er ja gleich aufhören zu trainieren. Es sind noch so viele Punkte zu vergeben. Der SC 20 muss ja auch noch gegen die Essener spielen. Doch der bescheuerte Trainer von denen hat wenigstens "Eier" in der Hose.

  • #2

    Nord Kenner (Mittwoch, 24 April 2013 11:30)

    Leider ergeht es Nord wie letztes Jahr! Lange mit dabei im Aufstiegsrennen und kurz vor Ende geht die "Puste" aus!Schade Schade