Dem DFB Pokal einen Schritt näher gekommen

Rot-Weißer Jubel in der Krefelder Grotenburg! In einem wahren Pokalkrimi hat der SC Rot-Weiß Oberhausen Oberligatabellenführer KFC Uerdingen mit 6:5 nach Elfmeterschießen besiegt und somit das Halbfinale im Diebels-Niederrheinpokal erreicht. Dort trifft die Mannschaft von Peter Kunkel Anfang Mai auf TuS Bösinghoven.

Thorben Krol machte seinem Ruf als 'Elfmetertöter' einmal mehr alle Ehre.
Thorben Krol machte seinem Ruf als 'Elfmetertöter' einmal mehr alle Ehre.

Vor 4373 Zuschauern kamen die Gastgeber zunächst etwas druckvoller ins Spiel, ohne sich jedoch echte Torchancen zu erarbeiten. Die Rot-Weißen konzentrierten sich zunächst auf die Sicherung des eigenen Tores, waren bei ihren schnellen Kontern aber durchaus gefährlich. Die erste RWO-Chance vergab Mike Terranova (7.) nach feiner Vorarbeit von Michael Smykacz, doch der Schussversuch von "Terra" blieb harmlos. Auch Sturmpartner Smykacz scheiterte wenig später am Uerdinger Keeper Samulewicz (9.). Nach einem Fehler in der Hintermannschaft kam Uzun das erste Mal gefährlich vor das Tor von Thorben Krol, doch Jörn Nowak und Felix Haas konnten die Gefahr im letzten Moment bannen (10.).

Es entwickelte sich eine ausgeglichene Partie zweier Mannschaften auf Augenhöhe mit Torchancen auf beiden Seiten, doch den Freistoß von Issa Issa konnte Thorben Krol sicher parieren (18.) und auf der anderen Seite verpasste Smykacz eine Terranova-Flanke nur um Zentimeter (22.). Im direkten Gegenzug köpfte Kunt den Ball knapp am Pfosten des RWO-Tores vorbei (23.). Die Kleeblätter hatten die Partie alles in Allem gut im Griff und die Hintermannschaft ließ nur relativ wenig zu. Nach einer guten halben Stunde bekam der für Nimptsch eingewechselte Ex-Oberhausener Monir Ibrahim einen Ball von Kevin Steuke an die Hand, den fälligen Freistoß zirkelte Mike Terranova zur umjubelten RWO-Führung sehenswert ins Uerdinger Tor (33.). Es folgten wütende Angriffe der Gastgeber, doch die RWO-Abwehr um Felix Haas und Jörn Nowak stand in dieser Phase sicher, während sich für die Oberhausener etwas mehr Räume für Konter ergaben: Christoph Caspari schickte Schneider und dessen Schuss konnte der KFC-Keeper mit einem Reflex wegfausten (36.). Auch im zweiten Durchgang änderte sich wenig. Die RWO-Abwehr stellte sich den oft überhastet ausgeführten Angriffen der Uerdinger entgegen und versuchte nach Ballgewinn schnelle Konter einzuleiten. In der 53. Minute wurde es dann richtig gefährlich als Uzun der Oberhausener Abwehr davonlief, doch Christoph Caspari holte den Uerdinger Stürmer ein und konnte gemeinsam mit Thorben Krol Schlimmeres verhindern. Nur zwei Minuten später vergab Michael Smykacz auf der Gegenseite die Vorentscheidung. Sein Schuss aus spitzem Winkel ging nur knapp ans Außennetz (54.). Als die Uerdinger Angriffe zunehmend verzweifelt denn durchdacht wirkten, brachten sich die Rot-Weißen selber um den Lohn für ihr gut geführtes Spiel. Nach einer zweifelhaften Freistoßentscheidung gegen RWO sprang der Ball von Issa Issa wie eine Flipperkugel vor dem Tor von einem Bein zum anderen und wurde schließlich von Jörn Nowak unglücklich ins eigene Tor abgelenkt (57.). RWO versuchte zu antworten, doch Landers (74.), Nowak per Kopf nach einer Weigelt-Ecke (77.) und Weigelt selbst aus der Distanz (79.) zielten jeweils über das Uerdinger Tor. Es ging in die Verlängerung und die begann für RWO mit einem weiteren herben Rückschlag: Felix Haas grätschte einen Uerdinger von hinten um und sah nach der unglücklichen Aktion nicht ganz unberechtigt die Rote Karte (94.). Trotz der personellen Überzahl schwanden dem souveränen Tabellenführer der Oberliga Niederrhein nun zusehends die Kräfte, einzig der unermüdliche Issa Issa trieb seine Mitspieler immer wieder an und sorgte mit seinen zahlreichen Freistößen meist selbst für die größte Gefahr für das Tor von Thorben Krol. Während RWO in Unterzahl nicht mehr ganz so risikoreich spielte wie zuvor, bekam der KFC in der zweiten Hälfte der Verlängerung nochmal neuen Schwung und versuchte die Entscheidung vor dem Elfmeterschießen zu erzwingen. Einen Issa Issa-Freistoß konnte Krol mit einer Glanzparade zur Ecke abwehren (108.) und war wenige Augenblicke später froh das seine Vorderleute seine zu kurze Faustabwehr in höchster Not bereinigten (109.). In der Schlussphase wurde es nochmal richtig hektisch: Nach einer Ecke fiel der Ball Kuta vor die Füße und dessen Schuss strich knapp am RWO-Tor vorbei (115.) und drei Minuten vor dem Ende hatten die Rot-Weißen dann sämtliche Glücksgötter auf ihrer Seite als eine mustergültige Flanke von Kuta bei Uzun landet und der das Kunststück vollbrachte, aus einem Meter völlig frei stehend an die Latte zu schießen (117.). Der Nachschuss von Bougjdi verschwand im Krefelder Nachthimmel. Das Duell der ehemaligen Erstligisten musste also im Elfmeterschießen entschieden werden: Nach jeweils drei Schützen stand es 5:5, für Uerdingen hatten Issa Issa, Pirschel und Uzun getroffen, für RWO konnten Marcel Landers, Jörn Nowak und Benjamin Weigelt ausgleichen. Dann traf Ellguth gegen Thorben Krol an und der RWO-Keeper machte seinem Ruf als Elfmetertöter alle Ehre und parierte sehenswert. Nachdem Ralf Schneider für RWO und Kuta für Uerdingen verwandelt hatten, war es dem eingewechselten Tobias Hötte vorbehalten den alles entscheidenden Elfmeter zu verwandeln und RWO so ins Halbfinale zu schießen. Der Jubel auf dem Platz und bei den gut 500 mitgereisten RWO-Fans war grenzenlos. An einem denkwürdigen Pokalabend kamen die Rot-Weißen ihrem Ziel, dem Sieg des Niederrheinpokals und dem Einzug in die erste Pokal-Hauptrunde einen weiteren Schritt näher.

 

Stimmen
Peter Kunkel (Trainer RWO):
„Ich habe ein rassiges Pokalspiel gesehen. Es ging hin und her. Wir haben von Anfang an hinten gut gestanden und wenig zugelassen. Meiner Meinung nach erzielt Michael Smykacz zum Beginn der zweiten Hälfte ein reguläres Tor, direkt danach haben er und Ralf Schneider noch einmal das 2:0 auf dem Fuß. Dann fällt für Uerdingen nach einem für mich unberechtigten Freistoß der Ausgleich aus dem Nichts. Trotzdem haben wir es auch danach gut gemacht, und dass trotz Unterzahl in der Verlängerung. Im Elfmeterschießen braucht man immer etwas Glück, ich denke aber, dass der Sieg nicht unbedingt unverdient war.“

Eric van der Luer (Trainer KFC Uerdingen):
„Ich habe RWO gegen VfL Bochum II beobachtet und wusste, was auf uns zukommt. Leider mussten wir verletzungsbedingt bereits sehr früh wechseln, daher fehlte uns am Ende eventuell eine Offensivoption. Trotzdem haben wir ganz gut angefangen und versucht, nach vorne zu spielen. Der Beginn der zweiten Hälfte war nicht so gut. Unsere Aktionen vor dem Tor waren auch nicht so glücklich. Beim Ausgleich hatten wir dann etwas Glück, insgesamt hab ich uns fußballerisch aber besser gesehen als RWO. So etwas müssen wir natürlich für den Aufstieg in die Regionalliga mitnehmen. Es ist für uns kein trauriger Tag, das Weiterkommen wäre in der Saison nur die Sahne auf der Torte gewesen.“

Aufstellungen:

KFC Uerdingen 05: Samulewicz - Yavuz, Nimptsch, Alexiou, Korte - Issa - Ellguth, Saka, Celik, Kuta - Uzun

RW Oberhausen: Krol - Caspari, Nowak, Haas, Steuke - Weigelt, Bauder - Landers, Schneider - Terranova, Smykacz

Tore: 0:1 Terranova (33.), 1:1 Nowak (ET, 57.) - Elfmeterschießen: 2:1 Issa Issa, 2:2 Landers, 3:2 Pirschel, 3:3 Nowak, 4:3 Uzun, 4:4 Weigelt, Ellguth verschießt, 4:5 Schneider, 5:5 Kuta, 5:6 Hötte

Zuschauer: 4347

Auswechselungen: Ibrahim für Nimptsch (24.), Bougjdi für Celik (75.), Pirschel für Saka (84.) / Krystofiak für Bauder (63.), Boachie für Terranova (83.), Hötte für Smykacz (97.)

Gelbe Karten: Uzun (12.), Ellguth (87.), Ibrahim (100.) / Bauder (13.)
Rote Karten: Haas (94.)
Schiedsrichter: Sven Waschitzki

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