Viermal geführt und doch nicht gewonnen

Ein äußerst kurioses Spiel lieferte die dritte Mannschaft vom VfB Bottrop am vergangenen Wochenende auf Rheinbaben ab. Viermal führte man beim SV Fortuna Bottrop IV, viermal musste man den Augleich hinnehmen. So stand letztlich nur ein Zähler auf der Habenseite. Positive Nachrichten gab es für die Dritte vom VfB durch eine Spruchkammersitzung. Wie bereits erwartet erhielt die Mannschaft von Trainer Björn Schnieder die drei Punkte aus der Partie gegen Viktoria 21 II (Endstand 2:2), da der Gegner acht Spieler aus der ersten Mannschaft eingesetzt hatte.

Viermal ging die Drittvertretung vom VfB in Führung, viermal konnte sie den Ausgleich nicht verhindern und musste sich in einer kuriosen Partie gegen den SV Fortuna IV schließlich nach couragierter Leistung mit einem Remis zufrieden geben. Der VfB, der erneut auf neun Spieler verzichten musste, ging von Beginn an ganz anders zu Werke als in den Vorwochen, die Mannschaft wirkte griffig und kampfeslustig. Und Mut bewiesen die Schwarz-Weißen zudem: Niklas Geilich zog von rechts nach innen, suchte mit dem schwächeren linken Fuß den Abschluss und traf in den Winkel. Dem Ausgleich der Fortuna ging wie so häufig in den letzten Wochen ein erneuter individueller Fehler voraus: Keeper Sven Thannbauer kam aus seinem Tor, der Fortune Robert Kroll spitzelte dem Torhüter jedoch den Ball weg und glich aus. Nach dem Seitenwechsel gelang Ulrich Misz nach einem Eckball per Kopf die erneute Führung, die Fortuna aber wieder ausgleichen konnte. Thannbauer, der zuvor zwei Großchancen der Fortuna vereitelte, konnte den Ball nicht entscheidend abwehren und die Gastgeber staubten ab. Dominic Münst war es dann, der mit einer starken Einzelleistung für die dritte VfB-Führung sorgen sollte. Drei Gegner ließ er aussteigen und schob den Ball dann überlegt am Keeper vorbei ins Tor. Doch die Freude währte nicht lange: Nach einem abgewehrten Freistoß von rechts drosch ein Fortune den Ball Vollspann in den Strafraum - und traf einen verdutzen Mitspieler so am Kopf, dass der Ball von dort ins Tor sprang. Der VfB zeigte aber Charakter und spielte weiter nach vorn. Mit der schönsten Kombination sollte dann der vermeintliche Siegtreffer gelingen: Maik Trost bediente Dominic Münst, der auf den mitgelaufenen Kevin Trost ablegte und der aus zwölf Metern über den Torwart in die Maschen schießen konnte. Aber als schon alles nach einem Auswärtssieg aussah, bekamen die Fortunen einen Freistoß zugesprochen. Der ging zwar in die Mauer, prallte von da jedoch in hohem Bogen in den 16er, wo ein Fortune stand und aus wenigen Metern zum 4:4 traf. „Hervorzuheben ist heute vor allem, wie die Mannschaft hier aufgetreten ist. Sie hat trotz der vielen unglücklichen Gegentreffer nie aufgesteckt, hat füreinander gekämpft und wäre um ein Haar belohnt worden. Wenn wir so weitermachen, wird es bald auch wieder Siege zu feiern geben“, so Trainer Björn Schnieder, der trotz des letztlich leistungsgerechten Unentschiedens mit dem Zustandekommen haderte. „Wenn du auswärts viermal führst reicht das normalerweise. Dann kommt dazu, dass Fortuna ihre eigentlichen Chancen nicht nutzt und für ihre vier Treffer selbst kaum etwas kann. Aber so läuft es in der Phase, in der wir uns momentan befinden“, bilanziert der Trainer, der nach dem leblosen Auftritt gegen Sterkrade seiner Mannschaft aber bescheinigen konnte, den „Charaktertest“ bestanden zu haben.

 

Eine positive Nachrichten gab es für die dritte Mannschaft des VfB Bottrop am grünen Tisch: Wie von den Verantwortlichen erwartet urteilte die Spruchkammer für den VfB und sprach den Schwarz-Weißen damit die Punkte aus dem Meisterschaftsspiel der Dritten gegen Viktoria II (Endstand 2:2) zu. Der VfB hatte Einspruch eingelegt, weil in der besagten Partie acht Spieler der ersten Mannschaft des SCV in der Zweiten eingesetzt wurden. Das sah auch die Spruchkammer so, die mündliche Anhörung war binnen Sekunden beendet. Beide Vereine einigten sich auf ein schriftliches Verfahren. „Wir haben das so erwartet, deswegen ist unsere Freude erstmal begrenzt. Die Sachlage war eindeutig, dementsprechend schnell fiel auch das Urteil“, bewertet Trainer Björn Schnieder den Ausgang nüchtern. Einzig das Auftreten des SC Viktoria verwunderte den Coach. „Die Verantwortlichen wollten nicht verstehen, warum sie wegen eines aus ihrer Sicht unwichtigen C-Liga-Spiels zu einer Verhandlung kommen mussten, wobei der Vorsitzende beiden Vereinen vorher die Möglichkeit zur schriftlichen Stellungnahme gegeben hat. Und nebenbei bemerkt kann dieses Spiel ja so ganz unwichtig nicht gewesen sein, wenn man extra acht Spieler aus der ersten Mannschaft herunterbeordert.“ Nun soll es beim VfB auch auf dem Platz wieder aufwärts gehen. „Wir haben gegen Fortuna schon eine deutliche Steigerung gezeigt. Wenn wir den Weg weiter gehen, werden wir auch sportlich wieder Siege einfahren."

Text: VfB Bottrop

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