Freispruch für Dostlukspor Bottrop

Das Verfahren gegen Dostlukspor Bottrop wegen angeblich rassistischen Beleidigungen wurde eingestellt und der Bottroper Bezirksligist freigesprochen. Das ergab eine mehrstündige Verhandlung mit der Bezirksspruchkammer des Fußballverbandes Niederrhein am Donnerstagabend. Dem Verein wurde vorgeworfen,  im Meisterschaftsspiel gegen SC Hertha Hamborn am 3. März dessen Torwart Ikenna Onukogu rassistisch beleidigt zu haben. Auf’m Platz sprach mit Uwe Dahl, Bottroper Anwalt, Notar und erfolgreicher Verteidiger des Bottroper Bezirksligisten, der betont, dass der Verein nun vollständig rehabilitiert sei.

Aufgrund von Auseinandersetzungen kurz vor Ende des Spiels, brach der Unparteiische das Spiel beim Stande von 1:0 für die Gastgeber ab. Der Fall hatte weit über die Stadtgrenzen hinaus Schlagzeilen gemacht. Das Spiel wurde nun mit 2:0 für Dostlukspor Bottrop gewertet und Onukogu wurde zudem wegen grober Unsportlichkeit bis zum 16. Mai gesperrt. 

   Uwe Dahl war es wichtig, den Fall korrekt darzustellen. Ihn hatte es bereits im Vorfeld und nun auch schon unmittelbar nach der Urteilsverkündung geärgert, wie die Presse berichtet hatte. „Schon vorher ist vor allem immer nur ein Foto in der Presse aufgetaucht, wo drauf zu sehen ist, dass ein Zuschauer den Hamborner Torwart versucht zu schlagen. Doch ausschlaggebend waren nicht nur die Aussagen des Schiedsrichter-Gespanns und die des Fotografen, der in unmittelbarer Nähe zu den Vorfällen stand. Sondern auch die weiteren Fotos, die geschossen wurde. Der Fotograf hat bis zu 60 Fotos bei der Verhandlung gezeigt, die wie ein Daumenkino die Entwicklung zeigen, wie es auch zu dem Spielabbruch kam“, berichtet Dahl, der zudem auch die Berichterstattung von Spiegel Online und WAZ kritisiert. „Spiegel Online berichtet sehr einseitig und auch in der Tageszeitung klingt es so, als ob der Torwart nur Pech gehabt hat mit der Urteilsverkündung. Das ist journalistisch nicht sauber gearbeitet, aber einige Schreiberlinge sind ja auch vorzeitig gegangen. Die Fakten und die Argumente sprechen nach dieser Verhandlung eine deutliche Sprache und die Spruchkammer hat auch nach der Urteilsverkündung betont, dass nach den Ergebnissen der Beweisaufnahme ganz klar kein anderes Urteil zu erwarten ist.“

Uwe Dahl.
Uwe Dahl.

Dahl kritisierte auch den Anwalt der Gegenseite. Rechtsanwalt Heiner Kahlert aus München war für den Fall extra angereist und hatte den Torwart kostenlos verteidigt. „Der Anwalt hat damit argumentiert, dass es dem Torwart nach dem Spiel sehr schlecht gegangen sei und viel Schlechtes über Dostlukspor gesprochen wurde. Doch wir reden hier von Fakten, die geschaffen wurden, von nichts anderem. Und die sprechen eine deutliche Sprache“, gab Dahl zu Protokoll, der auf die Verhandlung zurückblickt. „Es gab vier neutrale Zeugen. Das waren der Schiedsrichter, die beiden Assistenten und der Fotograf. Keiner konnte bestätigen, dass rassistische Äußerungen getätigt wurden. Es ist einfach nicht erwiesen und dass der Torwart Gegenteiliges behauptet, ist doch klar. Aber er ist auch nicht neutral und das ist das Entscheidende.“ Dahl und auch Dostlukspor Bottrop sahen sich auch in den Äußerungen des Fotografen bestätigt. „Selbst der Fotograf gab in der Verhandlung zu, dass er nicht verstanden habe, warum der Torwart sich so aufgeregt hat und, dass er nichts gehört habe, außer die üblichen Sätze, die heute am Spielfeldrand eines Fußballspiels zu hören sind.“

Warum Dahl sich so sicher ist, dass der Torwart nicht die Wahrheit sagt, macht er auch an einem anderen wichtigen Kriterium fest. „Es wurde behauptet, dass mehrfach der Linienrichter darauf hingewiesen wurde, dass die Zuschauer Beleidigungen aussprechen würden. Das ist einfach die Unwahrheit. Der Torwart ist einmal auf den Linienrichter zugegangen und hat sich beschwert. Allerdings nicht über Beleidigungen“, unterstreicht Dahl.

   Auch der Flaschenwurf wurde am Donnerstagabend thematisiert. „Es wurde von mehreren Seiten bestätigt, dass die Flasche aus dem Tor genommen und dann in Richtung der Zuschauer geworfen wurde. Und nicht anders herum.“ Dahl konnte bestätigen, dass es bereits vorher sehr unruhig in dem Spiel war. „Nach der Halbzeit wurde mit Hütchen eine Coaching-Zone aufgestellt und der Trainer von Hamborn war bereits des Feldes verwiesen worden, wofür er übrigens nun auch eine Geldstrafe in Höhe von 100 Euro aufgesetzt bekommen hat“, so Dahl weiter. Dahl betonte, dass die Schiedsrichter in der Halbzeit nicht eingeschüchtert worden waren und dass auch niemand versucht hat vor der gestrigen Verhandlung Einfluss auf die Schiedsrichter zu nehmen. „Der Schiedsrichter ist total seriös und aufrichtig dagesessen und hat auch so gesprochen. Der lässt sich von niemandem beeinflussen“, so Dahl, der auch von der Szene in der Halbzeit berichten konnte, in der angeblich das Schiedsrichtergespann bedroht wurde. „Wie man vielleicht weiß, liegen die Schiedsrichterkabinen außerhalb des Platzes. Und so gab es von einem Zuschauer, der auf dem Parkplatz stand, eine Beleidigung und Drohung dem Schiedsrichter gegenüber. Allerdings hat es erstens den Schiedsrichter überhaupt nicht gestört und zweitens war keinem dieser Zuschauer bekannt, noch wurde er je wiedergesehen. Der Schiedsrichter hatte keinerlei Probleme, das Spiel erneut wieder anzupfeifen.“

 

Dennoch kam es zum Spielabbruch kurz vor Ende des Spiels. Nach Tumulten mit dem Torwart und den Zuschauern und wohl auch nach einer Schiedsrichterbeleidigung. „Der Torwart wurde deswegen bis zum 16. Mai gesperrt“, gab Dahl bekannt, der überrascht ist, dass der Torwart von vielen Medien immer als das „arme, traurige Opfer“ dargestellt wurde. „Ich habe selbst dann mal ein bisschen recherchiert. Es gab bereits einmal ein Verfahren gegen Onukoglu, weil er einen Schiedsrichter angegangen hat. Danach, so war es im Sonderbericht geschrieben, hat er Türen eingetreten. Das zeigt schon, dass er seine Emotionen nicht im Griff hat. Zudem war er dann auch noch einmal an einer Schlägerei bei einem Hallenturnier in Duisburg beteiligt. Bisher wurde Onukoglu nur als Opfer dargestellt, deswegen bin ich auch sehr enttäuscht, wie vieles dargestellt wurde.“

 

Dahl freute sich natürlich, dass er auch einen guten „Job“ gemacht hatte. Vielmehr freute er sich allerdings für Dostlukspor Bottrop. „Was vielleicht viele nicht wissen, ist, dass der Verein sich auch für afrikanische Kinder engagiert. In der Mannschaft spielen unter anderem Türken, Deutsche und andere Nationalitäten zusammen. Warum sollte man dann rassistisch werden? Dostlukspor war natürlich empört über die Reaktionen. Jetzt herrscht neben einer großen Erleichterung auch Genugtuung, Recht bekommen zu haben.“

 

Hertha Hamborn hat nun zehn Tage Zeit, um Einspruch gegen das Urteil zu erheben. Unmittelbar nach der Verhandlung wollte man zumindest nicht ohne Weiteres dem Urteil zustimmen und laut Dahl „macht der Verein sich nun Gedanken. Doch ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Geschichte noch einmal fortgesetzt wird. Dafür war die Verhandlung und das Urteil zu eindeutig. Dostlukspor Bottrop ist komplett rehabilitiert!“

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Kommentare: 11
  • #1

    latte (Freitag, 05 April 2013 19:35)

    sollten den torwart auch die kosten bezahlen lassen,

  • #2

    !DSB:::MG! (Freitag, 05 April 2013 19:36)

    Gut, dass es auch Leute gibt, die sich auch mal die andere Sichtweise anhören, bevor sie direkt mit Rassismusgeschichten ankommen und dadurch unnötige Aufstände verursachen. Dieser Torwart ist mit 6 zusätzlichen Wochen noch gut davongekommen. So wie der ausgerastet ist und auch nachher irgendwelche Lügengeschichten erfunden hat um sich zu verteidigen müsste er zusätzlich noch bestraft werden.

  • #3

    zu torwart (Freitag, 05 April 2013 20:07)

    sollten ihn sofort aus sein verein schmeissen,echt arm

  • #4

    Zuschauer (Freitag, 05 April 2013 20:36)

    Schon traurig wenn mann die Presseberichte und Aussagen des Torhüters in den Medien liest und hört und die Medien nur die Aussage des Torhüters verbreiten ohne auch nur ein einziges Mal am Wahrheitsgehalt zu zweifeln oder mal zu recherchieren.
    Finde toll das DSB nicht sofort in die Presse gegegangen ist, sondern das Verfahren abgewartet hat. Der Torhüter hat klare Lügen verbreitet, wie er wäre mit Flaschen beworfen worden , hat diese dann zurückgeworfen oder hat während des Spiels die Schiedsrichter um Hilfe gebeten.
    Dann versuchen sein Fehlverhalten aufgrund seiner Hautfarbe zu rechtfertigen und sich als armes Opfer hinzustellen ist sehr schlechter Stil. So ein Sportsmann hat auf dem Fußballfeld nichts zu suchen, die 3 Monate Sperre dafür sind lächerlich bei den ganzen "Vorstrafen" , die bereits zu langen Sperren des Torhüters geführt haben. Ebenso hat RASSISMUS nichts im Altag beim Sport oder anderswo etwas zu suchen.

  • #5

    ich (Freitag, 05 April 2013 21:07)

    glückwunsch

  • #6

    DSB (Freitag, 05 April 2013 22:16)

    Wo bleiben die dummen kommentare ??
    Warum schreibt keiner was rein ?
    wenn DSB schuld hätte währe hier jetzt die höle los über 1000 Komis.
    :-)
    Naja schönes bericht weiter so Aufmplatz team

  • #7

    hmm (Freitag, 05 April 2013 22:20)

    DSB spieler Gehorg bekommt 8wochen sperre wegen faulspiel (tätigkeit)
    Ikenna Onukogu bekommt nur 6wochen ist das korrekt??

  • #8

    meinung (Freitag, 05 April 2013 23:06)

    Lächerlich die strafe für den torwart !!!!! So einen typen sollte man viiiiiel länger sperren.würde anstelle dostlukspors noch anzeige gegen ihn stellen !!!!! Wegen rufschädigung,verläubnung,falschaussage,beleidigung und versuchter körperverletzung !!!!!! Unfassbar wie solche typen den fussball zerstören !!!!! Der verein und spieler sollten sich schämen

  • #9

    Ahmet (Samstag, 06 April 2013 00:02)

    Das zu dem Thema..und jetzt kann sich der bottroper Fussball ganz und gar dem wesentlichen Aufgaben widmen und die überregionale Klatschpresse sich anderweitig nach potentiellen Skandalen umsehen.
    Beim DSB war insofern für diese Medienmeute nichts zu holen und das sollte sich ruhig herumsprechen..!
    Hut ab vor dem Reporter, welcher die 60 Bilder zur Verfügung stellte und den klaren Aussagen der Referees..
    Aber auch ein dreifaches "Buh" an alle, welche in Heckenschützenmentalität sich in Kommentaren auf den DSB stürzten...
    Ihr seit so armselig und werdet es auch immer bleiben...!!Kehrt doch lieber vor eurer eigenen Türe oder wie eine bekannte Musikgruppe "Die Ärzte"sagte:"..lass die Leute reden bei Tag und bei Nacht..sei höflich und sage nichts,denn das ärgert sie am meisten..!" :-)))


  • #10

    DSB Anhänger (Samstag, 06 April 2013 00:47)

    Lügen haben kurze beine. Danke Herr Dahl das sie uns super Verteiligt haben .

  • #11

    Neutraler (Samstag, 06 April 2013 14:46)

    Bei diesen Vorwürfen wären dumme Kommentare unangebracht, der Vorwurf ist zu groß um dumm abgetan zu werden.
    Umso schöner das Ergebnis der Verhandlung, wo die ganzen Vorwürfe widerlegt werden konnten.
    Hoffe das nun sportliche Fairness folgt und wünsche allen Mannschaften, das der Bessere und nicht der Stärkere gewinnen solle.