3 Elfmeter in 4 Minuten - Serie gerissen

Irgendwann reisst jede Serie und der SC Rot-Weiß Oberhausen hat das Heimspiel gegen den SC Wiedenbrück mit 1:3 verloren. Alle Tore der Partie fielen in der zweiten Hälfte, bester Mann auf dem Platz war Gästestürmer Volkan Okumak, der alle drei Treffer erzielte. Jedoch kann das Team von Trainer Peter Kunkel voll zufrieden sein. Zwölf Punkte aus den letzten fünf Spielen können sich sehen lassen.

Von Michael Ketzer

Marcel Hölscher (r.) kam rechtzeitig vor Pascal Talarski an den Ball.
Marcel Hölscher (r.) kam rechtzeitig vor Pascal Talarski an den Ball.

In die Trickkiste hatte Wiedenbrück mit dem ehemaligen RWO-Trainer Theo Schneider aber schon vor dem Spiel gegriffen, als die bereits feststehende Aufstellung noch dreimal kurz vor Spielbeginn geändert wurde. Die Wiedenbrücker kamen von Anfang an etwas besser in das Spiel. Zwar gehörte RWO durch Pascale Talarski die erste kleine Chance (2.) doch bereits nach einer Minute hatten die Gäste eine ganz dicke Möglichkeit. Mit einem langen Einwurf war Volkan Okumak auf und davon. Doch sein Schuss klatsche an den Innenpfosten und sprang von dort wieder in das Spielfeld. Die Antwort wollten die Kleeblätter in der 7. Minute geben. Christoph Caspari setzte sich im Eins-gegen-Eins durch und spielte auf Patrick Bauder, welcher auf Mike Terranova weiterleitete. Doch Wiedenbrücks Torhüter Marcel Hölscher hatte den Braten gerochen und war zur Stelle. Nur eine Minute später wollte Haas nach einem Talarski-Freistoß den nächsten Anlauf nehmen, stand aber knapp im Abseits.

Auch vor Jörn Nowak (r.) konnte Marcel Hölscher rechtzeitig retten.
Auch vor Jörn Nowak (r.) konnte Marcel Hölscher rechtzeitig retten.

Einen kleinen Aufreger gab es wieder nur eine Minute später (9.), als Marcel Landers eine Flanke hereinbrachte und Abwehrspieler David Czyszczon sehr kontrolliert auf den Schlussmann zurück legte welcher den Ball aufnahm. Der Pfiff von Schiedsrichter Altgeld blieb jedoch aus. Doch RWO war jetzt am Drücker und erspielte sich mehr Chancen, auch wenn Wiedenbrück bei Kontern über die schnellen Spitzen nicht ungefährlich blieb (12.). Nach 14. Minuten waren die Kleeblätter dann ganz nah am ersten Treffer, als nach guter Kombination über rechts, nach einem Einwurf, Caspari eine maßgerechte Flanke auf Mützel schlug, dieser den Ball aber um Zentimeter am Tor vorbei setzte. Die Führung der Hausherren lag in der Luft. Denn nur vier Minuten später musste Czyszczon erneut in höchster Not zur Ecke klären, nach der der in der Mitte die beiden Oberhausener Innenverteidiger Haas und Nowak nur um Zentimeter die Führung verpassten. Die nächsten aussichtsreichen Möglichkeiten boten sich Youngster Talarski und Routinier Terranova in der 19. Und 29. Minute. Beide Male hob der Linienrichter jedoch die Fahne und Schiedsrichter Altgeld entschied jeweils auf Abseits. Die nächsten Aktionen gehörten dem wohl gefährlichsten Spieler auf dem Platz, Volkan Okumak, doch seine Hereingaben oder Konterchancen konnten jeweils von der aufmerksamen Abwehr geklärt werden. Kurz vor der Pause brachte dann noch einmal eine Standardsituation Gefahr im Gästestrafraum. Felix Haas stieg nach eine Ecke zum Kopfball hoch, verpasste aber um Haaresbreite.

Bernd-Sebastian Sumelka (l.) und der überragende Volkan Okumak.
Bernd-Sebastian Sumelka (l.) und der überragende Volkan Okumak.

Zur Pause nahm Theo Schneider Soner Dayangan vom Platz und brachte Marwin Studtrucker für die Außenbahn. Die erste Möglichkeit nach dem Seitenwechsel gehörte aber den Kleeblättern. Patrick Bauder schickte Marcel Landers und der fand mit seiner Hereingabe Sebastian Mützel. Sein Kopfball konnte das Tor von Marcel Hölscher jedoch nicht ernsthaft gefährden (47.). Eine Minute später versuchte es Patrick Bauder mit einem Abschluss aus der zweiten Reihe, doch wieder war der Schlussmann da und wehrte mit den Fäusten zur Ecke ab. Auch die nächsten drei Aktionen gehörten den Rot-Weißen, es fehlte dieses Mal aber einfach das Glück beim Abschluss. Auch ein Freistoß von Pascale Talarski in der 54. Minute landete in der Mauer und sein Nachschuss in der Emscherkurve. Nur eine Minute später fehlt beim Pass von Bauder auf Mützel die Präzision, so dass erneut Abwehrrecke Czyszczon klären konnte. Beide Mannschaften hielten sich sehr gut in Schach und wirklich zwingende Möglichkeiten entwickelten sich nach vorne nicht mehr, beiden Torleute hatten mit den Schüssen aus der zweiten Reihe wenig Probleme. Erst in der 67. Minute startete der stets agile Okumak Richtung RWO-Kasten, aber Christoph Caspari hatte aufgepasst und konnte die Chance mit einer tollen Rettungstat und vollem Körpereinsatz verhindern (67.). In einen kurzen Aufschrei gab es im direkten Gegenzug, als Terra im Strafraum zur Fall kam, aber wohl nicht regelwidrig am Torschuss behindert wurde. Glück hatten die Kleeblätter nur zwei Minuten später, als Thorben Krol bei einer Freistoßflanke von Sven Krause ausrutschte und der Ball gegen den Pfosten prallte und danach geklärt werden konnte.

Thorben Krol musste heute zwei Elfmetergegentreffer hinnehmen.
Thorben Krol musste heute zwei Elfmetergegentreffer hinnehmen.

Doch wieder wollten RWO direkt antworten, doch Keeper Hölscher konnte mit einem Reflex den Kopfball von Mike Terranova parieren (72.). Aufgebraucht war das RWO-Glück dann eine knappe Viertelstunde vor Spielende. Volkan Okumak landete der Ball vor den Füßen und der verwandelte aus der Drehung eiskalt im langen Eck. Es stand 0:1 (76.). Die Kleeblätter mussten jetzt weiter aufmachen, um zumindest noch einen Punkt zu retten, was in der 77. Minute nach Kombination von Bauder und Talarski auch fast gelungen wäre. Stattdessen aber nutzten die Gäste eine der sich bietenden Konterchancen zum zweiten Tor. Okumak ging auf Thorben Krol zu und fädelte ein und Schiedsrichter Altgeld zeigte sofort auf den Punkt. Der Gefoulte trat selbst an und versenkte zum 0:2. Die Jungs von Peter Kunkel gaben sich aber trotz des Zwei-Tore-Rückstandes nicht auf und bekamen in der 90. Minute nach einem Foul am eingewechselten Michael Smykacz ebenfalls einen Elfmeter, den Patrick Bauder um Anschluss nutzte. Danach warfen die Kleeblätter noch einmal alles nach vorne, doch ein weiteres Mal konterten die Gäste über Okumak, der wieder im Strafraum fiel. Dieses Mal war die Entscheidung zum Strafstoß aber mehr als zweifelhaft. Trotzdem ließ der Stürmer sich die Chance nicht entgehen und schob zum 1:3 ein. Der Schiedsrichter pfiff danach erst gar nicht wieder an.

Patrick Bauder traf erneut per Strafstoß.
Patrick Bauder traf erneut per Strafstoß.

Aufstellungen:
RWO: Krol, Caspari, Nowak, Haas, Steuke, Bauder, Weigelt (78. Smykacz), Landers, Mützel (73. Boachie), Terranova (84. Loheider), Talarski

SC Wiedenbrück: Hölscher, Sumelka, Czyszczon (70. Kasela Mbona), Strickmann (64. Kücükyagci), Rogowski, Dayangan (46. Studtrucker), Zech, Okumak, Brisevac, Krause, Hermes

Schiedsrichter/Assistenten: Altgeld – Hurek, Steenebrügge

Tore: 0:1 Okumak (76.), 0:2 Okumak (86. Elfmeter), 1:2 Bauder (90. Elfmeter), 1:3 Okumak (90. Elfmeter)

Karten: Krol (86., Gelb) - Zech (37., Gelb), Studtrucker (90., Gelb), Kücükyagci (92., Gelb)

Zuschauer: 2174

Stimmen zum Spiel:

Kam zurück und ging als Sieger: Theo Schneider.
Kam zurück und ging als Sieger: Theo Schneider.

Peter Kunkel (Trainer RWO):
„Ich habe heute zwei gute Mannschaften gesehen, die sich ein sehr ausgeglichenes Spiel geliefert haben. Es war eigentlich ein typisches 0:0-Spiel. Bei den Elfmetern gegen uns haben wir uns natürlich nicht so geschickt angestellt, trotzdem schauen wir jetzt nach vorne. Wir haben nur ein Spiel verloren, am Donnerstag gegen Gladbach geht es schon weiter.“

Theo Schneider (Trainer SC Wiedenbrück 2000):
„Mit dem Beginn unseres Spiels war ich überhaupt nicht zufrieden, die erste Halbzeit ist nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Es ist uns nicht gelungen, die Situationen fußballerisch zu lösen und die Außen von RWO zuzustellen. Zur zweiten Hälfte habe ich dann umgestellt, danach war es deutlich besser. Das 1:0 hat uns natürlich in die Karten gespielt. Volkan hat das bei den Elfmetern natürlich geschickt gemacht und zweimal schön eingefädelt. Wir konnten unsere Serie ausbauen und sind aufgrund der zweiten Halbzeit auch absolut zufrieden.“

Impressionen vom Spiel:

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