Schwere Vorwürfe von Ulrich Wloch

In der Gladbecker Sportausschusssitzung am Dienstagabend ging es unter anderem um die nach wie vor aktuellen Platzprobleme des SV Zweckel. Nun setzte sich der 1. Vorsitzende des SVZ, Ulrich Wloch, zur Wehr und machte den Namen eines Pseudonyms öffentlich, das, so Wloch, im Internetforum einer Tageszeitung ihn mehrfach beleidigt und denunziert habe. Mit Hilfe der Staatsanwaltschaft Essen wurde nun die IP-Adresse des Betroffenen herausgefunden. Das Ergebnis sorgte im Ratssaal für großes Entsetzen. *Jetzt mit weiteren Stimmen*

   Alle anderen Themen rückten am Dienstagabend in den Hintergrund, als Ulrich Wloch das Rederecht im überfüllten Ratssaal vom Sportausschuss bekam. „Ich habe mit Hilfe der Staatsanwaltschaft Essen herausgefunden, wer sich hinter dem Pseudonym ‚RolfSchlaegel‘ versteckt, das mich mehrfach beleidigt und denunziert hat. Es ist Peter Breßer-Barnebeck. Was Herr Breßer-Barnebeck getan hat, ist Stimmungsmache im Internet gegen mich und gegen den SV Zweckel - und das vom Pressesprecher der Stadt Gladbeck! Das will und kann ich einfach nicht mehr so weitergehen lassen. Die Staatsanwaltschaft Essen wird hoffentlich Anzeige erstatten.“ Wloch fügte hinzu: „Dies lässt auch den Bürgermeister der Stadt, Ulrich Roland, in einem schlechten Licht stehen.“

   Als Wloch diese Aussagen tätigte, war der Saal mittlerweile etwas leerer geworden. Nach einer Einleitung zu der Grundsatzdiskussion um Gladbecker und insbesondere der Zweckeler Sportstätten, hatte er vor allem alle Kinder aus dem Saal gebeten. Fast bis zu 100 Mitglieder, größtenteils Kinder, waren vom SV Zweckel mit in den Ratssaal gekommen.

 

   Auf’m Platz erreichte am frühen Mittwochmorgen dazu Herrn Breßer-Barnbeck, der bestätigen konnte, dass er unter dem Pseudonym RolfSchlaegel geschrieben hätte. „Ich kann aber sonst im Moment wenig dazu sagen. Ich habe bisher auch nur vom Hören-Sagen gehört, was Herr Wloch vorgetragen hat. Nun muss ich zunächst Informationen einholen, ob die Staatsanwaltschaft ermittelt und was alles bisher schon zusammengetragen wurde. Zudem muss ich unseren Bürgermeister (Ulrich Roland, d. Red.) informieren.“

   Der Pressesprecher der Stadt Gladbeck will sich gegen Mittwochnachmittag noch einmal gegenüber unserem Magazin äußern. Mittlerweile berichtete auch sogar schon der WDR2 über den gestrigen Vorfall, der noch hohe Wellen schlagen dürfte. „Man ist in vielen Dingen im Nachhinein immer klüger“, gab Breßer-Barnebeck gegenüber Auf'm Platz zu, dass es wahrscheinlich keine gute Idee war, sich in einem Internetforum abfällig über Herrn Wloch geäußert zu haben - auch nicht als Privatperson.

 

   Die Aussagen Wlochs sorgten für teils auch große Empörungen im Saal. „Es gibt Grenzen, lieber Herr Wloch. Was sie hier ausgesprochen haben, gehört nicht in den Sportausschuss“, versuchte beispielsweise Michael Hübner von der SPD das Wort zu ergreifen. Der Vorsitzende des Ausschusses, Alfred Unger, hatte auch sofort Wlochs Mikrofon nach dessen Aussagen ausgeschaltet und darauf hingewiesen, dass dies kein Thema für diese Sitzung sei. Doch Wloch selbst widersprach energisch. „Das hat sehr wohl etwas damit zu tun, weil es zeigt, wie mit uns umgegangen wird. Ich vertrete hier die Interessen des Vereins SV Zweckel und wie mit uns in letzter Zeit umgegangen wurde, gehört sich gelinde gesagt absolut nicht“, echauffierte sich Wloch, der sich dann bedankte und meinte, dass er das, was er loswerden wollte, auch getan hätte.

   Auch ein weiteres SPD-Mitglied war erstaunt über Wlochs Vorgehensweise. „Wir müssen für die Zukunft vielleicht überdenken, wie unvorbereitet wir noch hier in solch eine Sitzung gehen und wem wir dann überhaupt noch das Wort erteilen wollen. Das Wort ergreifen ist eine Sache. Doch die Sitzung versuchen zu übernehmen und zu führen sind zwei verschiedene paar Schuhe.“

 

   Hintergrund der hitzigen Debatte, die sich samt der aktuellen Präsentation über die derzeitige Sportlage in Gladbeck, insbesondere beim SV Zweckel über zwei Stunden zog, waren Feststellungen von Rainer Weichelt, Sportdezernent, und Sportamtsleiter Dieter Bugdoll, dass der SV Zweckel Angebote in der Vergangenheit teils nicht annehmen wollte und in den letzten Jahren auch reichlich Geld in Richtung Zweckel floss. Dem wollte Wloch auch gar nicht widersprechen. „Die Stadt spricht davon, dass sie sich ein- oder zweimal pro Jahr um den Rasen bei uns kümmert. Doch fragen Sie sich mal, Herr Weichelt, wie unser Platz aussieht, wenn bei Windstärke 8 Samen verteilt werden. Das Ergebnis sehen sie jetzt rund um den Platz - wir haben eine zweite Wiese erhalten." Einmal in Fahrt, zählte Wloch weitere Argumente auf, die ihm tatsächlich alles andere als Unrecht gaben. „Wir wollen seit Jahren neue Umkleidekabinen haben und wollen uns auch finanziell beteiligen oder mit anpacken, haben selbst Container gefunden und diese auch vorgeschlagen. Da heißt es dann aber, dass diese nicht den Vorstellungen der Stadt entsprechen. Die Stadt schlug dafür dann Neubauten vor, die 800.000 Euro, ich wiederhole, 800.000 Euro kosten sollen. In meinen Augen ist so etwas ein Totschlagargument“, so Wloch weiter, der außerdem auch die an diesem Abend wiederholt viel zitierte Studie der Stadtspitze ebenfalls zu Rate zog. „Ich habe es mir auch gründlich durchgelesen und da steht, dass die Zentren aufgewertet und Vereine enger zusammenrücken müssen. Sprich, nur noch drei Anlagen im Norden, Mitte und Süden und dafür große, starke Anlagen. Genau diesen Vorschlag habe ich selbst vor drei Jahren der Stadt vorgetragen. Stattdessen wird erneut jetzt ein Ascheplatz umgebaut“, so Wloch weiter, der in der Vergangenheit der SG Preußen immer zu diesem neuen Platz fair gratulierte und dem Verein für diese Entscheidung nichts vorwerfen wollte. 

   „Die Stadt hat Recht: Zwischen 2006 und 2011 flossen über 600.000 Euro in Richtung Zweckel. Was hätte man mit dem Geld, inklusive dem, was wir selbst angeboten haben, alles anstellen können? Und nur weil der SV Zweckel in fünf Jahren so viel Geld bekommen hat, heißt das noch lange nicht, dass andere Vereine in den Jahren leer ausgegangen sind.“

 

„Die Stadt hat das einzige Abflussrohr zuzementiert!“

 

   Man spürte im Saal, der sich nach Wlochs Anfangsrede, aber vor Aufdecken des vermeintlichen Skandals der Stadt auf sein Bitten geleert hatte - „Was jetzt kommt, ist nicht für Kinderohren bestimmt, deswegen bitte ich darum, die Kinder nun aus dem Saal zu lassen“ - dass Ulrich Wloch viel Zustimmung erntete. Seine Argumente saßen. Und das nicht nur bei den immer noch vielen Zweckeler Eltern und Anhängern, die im Saal mit zuhörten. Wloch deckte schonungslos auf, welche Probleme der Verein schon lange hat. „Es gibt für Schiedsrichter eine Kabine über sechs Quadratmeter. Mittlerweile kommen die Gespanne aber auch mit zwei Geschlechtern. Vor und nach dem Spiel bedeutet das, dass ein Geschlecht immer draußen warten muss. Im Sommer bei 25 Grad sicherlich nicht schlimm. Aber stellen sie sich jetzt mal nach draußen. Wir haben zudem noch zwei Umkleidekabinen mit je drei Duschen. Allerdings können nur zwei gleichzeitig laufen. Zudem kommt kaum Wasser raus und wir hatten im Winter zwei bis drei Monate nur kaltes Wasser.“

   Auch das Argument, dass der SV Zweckel mehrere Anlagen nutzen könne, wollte der 1. Vorsitzende nicht gelten lassen. „Das letzte Mal den Rasen durften wir am 18. November letzten Jahres betreten - wobei auch hier schon das Meisterschaftsspiel gegen den SC Hassel wegen der Wassermassen hätte nicht angepfiffen werden dürfen. Seitdem waren wir ein einziges Mal für ein Training auf dem Platz. Die Drainage hier ist kaputt. Ebenso bei uns im "Käfig". Und warum? Weil der Zaun, den die Stadt aus vesicherungstechnischen Gründen bauen musste, damit keine Bälle auf die Straße fliegen - wofür übrigens unter anderem auch ein Teil der 600.000 Euro war - das einzige Abflussrohr zuzementiert hat! Wir haben jetzt März, bis April können wir auch weiter nicht auf dem Rasen spielen und im Juni wird der Platz wieder gesperrt, weil der Rasen gepflegt werden soll. Vielleicht werden die Samen aber ja auch wieder nur drum herum verteilt. Insgesamt ist der Platz mindestens sechs Monate im Jahr gesperrt“, so Wloch.

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Kommentare: 17
  • #1

    Lotte (Mittwoch, 20 März 2013 07:18)

    Hier gibt es schon was von Herr Breßer-Barnebeck

    http://www.derwesten.de/staedte/gladbeck/schwere-vorwuerfe-gegen-den-stadtpressesprecher-id7745004.html

  • #2

    S.R (Mittwoch, 20 März 2013 09:38)

    Ein super Auftritt, denke damit hatten die Verantwortlichen des Ausschußes nicht gerechnet. Die ganzen Argumente der Verantwortlichen wurden innerhalb von nur 30 sec. zerpflückt.

  • #3

    Bottroper (Mittwoch, 20 März 2013 10:32)

    Es wird immer lustiger in Gladbeck :D

  • #4

    Andre K. (Mittwoch, 20 März 2013 11:03)

    Hut ab Herr Wloch!!!

  • #5

    KS (Mittwoch, 20 März 2013 12:09)

    Wenn das weiter so rund geht, gibt es wohl bald erste Anfragen von Sat1 einen Blockbuster darüber drehen zu dürfen.

  • #6

    Klaus B. (Mittwoch, 20 März 2013 12:59)

    Breßer-Barnebeck ist in keinster Weise mehr tragbar als Presseprecher der Stadt Gladbeck, da er dieses öffentliche Amt durch seine Internetauftritte als Herr Schlägel beschädigt hat.
    Anscheinend scheint er sich darüber aber nicht richtig bewußt zu sein. Vielleicht kann ihm sein Vorgesetzter Herr Roland da mal Hilfestellung leisten.

  • #7

    MN (Mittwoch, 20 März 2013 13:04)

    Da Herr Wloch sich ja wieder mit der Stadt annähern wollte...

    *APPLAUS*

    hat Er durch diese Aktion, die zwar richtig ist, aber an einem Abend andem der Sportausschuss tagt, überhaupt nix verloren hat, den Graben zwischen sich und der Stadt, soweit aufgerissen, dass dieser aus meiner Sicht nicht mehr zu kitten ist.
    Ob Er sich und dem SV Zweckel damit einen Gefallen getan hat, mag ich zu bezweifeln.

  • #8

    Bottroper (Mittwoch, 20 März 2013 13:49)

    An Zweckel wagt sich nun niemand mehr ran.

  • #9

    Gladbecker (Mittwoch, 20 März 2013 14:59)

    Super gemacht Herr Wloch :)

    Da sieht man mal wieder wie die Stadt Gladbeck arbeitet

  • #10

    Gelsenkirchener (Mittwoch, 20 März 2013 15:41)

    Wo sind denn die Zweckel-Hasser geblieben?

    Ist euer PC defekt oder habt Ihr Angst wegen Euer IP?

    Da hat Herr Wloch echt ne Bombe hochgehen lassen :-)


    http://www.lokalkompass.de/gladbeck/politik/pressesprecher-bresser-barnebeck-unter-beschuss-cdu-fordert-suspendierung-d276033.html

  • #11

    Essener (Mittwoch, 20 März 2013 16:05)

    An PEINLICHKEIT nicht mehr zu überbieten. Hier ist nicht nur der Pressesprecher sondern auch Herr Roland gefordert schnellstmöglichst den Rücktritt anzutreten.

  • #12

    Alt-Zweckeler (Mittwoch, 20 März 2013 19:57)

    Viel Lob für den Vortrag von Hr. Wloch kann ich nicht finden.
    Da wurde geholzt, dass sich die Torbalken bogen und nur eine Seite dargestellt. Die Erwiederungen hat er sich schon nicht mehr angehört und den Saal verlassen.
    Wie soll da eine Kommunikation entstehen.

    Fakt ist, dass in Gladbeck über 3400 Kinder / Jungendliche u. Erwachsene Fußball spielen. Naja ob noch jeder spielt sei dahingestellt aber zumindst ist er/sie im Verein.
    Leider steht damit der Fußball auf Platz 7 der Rangliste der Sporttreibenden in Gladbeck.
    Da muss man als Fußballfreund den Ball recht flach spielen, damit die Gelder, die wir bisher erhalten haben, nicht in andere Sportarten gesteckt werden.
    Oder meinen wir, dass die Handballer keine Wünsche haben ?
    Wie kann man dann also so rumholzen. Wer aufmerksam zugehört hatte, und ich als Alt-Zweckeler haben das auch getan, der hat hören dürfen, dass der Verein die Probleme mit der Drainage am Käfig in Eigenleistung regeln wollte !
    Habe auch von viel Geld gehört (rd. 95,000 €/Jahr) die nur in unseren Verein fließen. Als Sachleistung aber z.T. auch in Bar.

    Und wir in Zweckel damit an der Spitze liegen. Da kann man nur staunend den Mund aufmachen. Und das bei der Haushaltslage (rd. 250 Mio. € Schulden alleine in Gladbeck).
    Ich hörte auch erstmals wieder ein Bekenntnis zum Platz an der Dorstener Straße.
    Und das die Stadt bei all den Visionen gar nicht wusste, wo der SVZ sich niederlassen will.
    Da müssten die Kommunalpolitiker doch mit dem Klammerbeutel gepudert sein, Geld in einen Platz zu stecken, den der Vereinsvors. eigentlich gar nicht mehr haben will.

    Von Tradition war da keine Rede. 90zig Jahre Vereinsgeschichte (1923 Gründungsjahr) und dann will man wie ein Wanderzirkus (der Ausdruck ist gefallen) auf der Suche nach einem Kunstrasen gehen.

    Hr. Wloch ist nur der aktuelle Vereinsvorsitzende. Fragt doch auch mal die Alten was die von der Aktion halten.

  • #13

    Dieter (Mittwoch, 20 März 2013 20:36)

    Sehr verdächtig still hier,
    kein einziger böser Kommentar gegen den SV Zweckel,
    sonst standen hier sofort 10-20 negative Äußerungen...

    Zu 10: Ich vermute mal, das deren PC´s beschlagnahmt wurden oder
    die sitzen alle in U-Haft :-)))

  • #14

    MN (Donnerstag, 21 März 2013 08:11)

    Ich bin KEIN Zweckel Freund oder Befürworter,

    Ich kann der Aktion von Herrn Wloch, in der Sportausschusssitzung auch immer noch nicht, als gut begrüßen.
    DENN diese Aktion hatte, an dieser Stelle NIX verloren.
    Das hätte man an anderer Stelle machen müssen.

    Da Herr Wloch, noch vor Tagen sagte, Er wolle die Wogen mit der Stadt glätten, hat Er nun einen für mich, nicht mehr zu kittenden Graben aufgerissen.

  • #15

    HAHAHA (Donnerstag, 21 März 2013 17:52)

    Zweckel ist und bleibt Lächerlich, Damals an meisten gegen Germania Gladbeck geschossen. Jeder in Zweckel war gegen Germania. und die gleichen Funktionäre sind jetzt bei Zweckel. aufeinmal fühlt sich Zweckel benachteiligt.

  • #16

    An HAHAHA (Freitag, 22 März 2013 14:41)

    Aha,Werner Gloddeck und Uli Wloch waren bei Germania?
    Das sind Funktionäre.
    Den Mann den du meinst, ist bestimmt der Herr Stienen.Der hat aber überhaupt keinen funktionellen Posten sondern ist nur einer der Sponsoren.
    99% wissen hier rein gar nichts,aber reissen ewig ihr Maul auf,wenn es gegen den SV Zweckel geht.
    Aber so lange man über einen spricht,ist er ja bekanntlich Interessant.
    Macht mal alle weiter so.Der SV Zweckel lacht sich über Euch Fachleute kaputt.

  • #17

    Germania (Samstag, 23 März 2013 01:33)

    @15 hat recht Germania wollte alles allein bezahlen und durfte es von der Stadt aus nicht. Zweckel war nur gegen Germania jetzt sehen sie wie es ist!!