Gegendarstellung von Nuh Arslan

Es war das Thema des Wochenends: Der Spielabbruch bei der Partie Dostlukspor gegen SC Hertha Hamborn. Für die Kritiker des Bezirksligisten ein gefundenes Fressen mal wieder die alten Geschichten auszupacken. Doch damit ist genug. Nuh Arslan, Vorsitzender von Dostlukspor, räumt bei Auf'm Platz. Er sieht es nicht ein, dass sein Verein so in den Schmutz gezogen wird und entschuldigt sich bei den Spielern und Zuschauern für das abgebrochene Spiel und für die Aussagen von Coach Sebastian Stempel.

Nuh Arslan.
Nuh Arslan.

"Als ich über das Internet erfahren habe, dass unser Spiel abgebrochen wurde, habe ich sofort mit den anderen Vorstandsmitgliedern Kontakt aufgenommen. Es war wie ein Schlag ins Gesicht. Ein Spielabbruch ist wie ein Rückschritt, unabhängig von der Schuldfrage. Mir wurde gesagt, dass die Partie  von der ersten Minute an hektisch war. Die Hamborner haben den Schiri für jede Entscheidung kritisiert. Es hagelte reihenweise gelbe Karten. In der 88. Minute  hat der Hamborner Trainer den Linienrichter beleidigt, woraufhin der Schiedsrichter die Partie unterbrochen hat und den Trainer aus dem Innenraum verwiesen hat. Dann konnte der Schiri gut beobachten, wie Ikenna Onukogu seine Flasche aus dem Tor nahm und auf unser Vereinsheim zulief und die Flasche dann in die Menge geworfen hat. Er ist komplett ausgerastet und hat Faustschläge in die Menge verteilt, hat zum Glück aber niemanden getroffen. Und er ist wohl kein Unbekannter. Er ist schon mal zehn Monate gesperrt worden wegen seiner Ausraster  und auch schon aus einigen Vereinen geflogen, was nicht wirklich für ihn spricht. Zum Glück konnten die Ordner, die wir zur Halbzeit aufgestockt haben, und unser Spielführer Samet Güldü diese Situation deeskalieren. Auch ein Dank an die Zuschauer, die nicht aggressiv reagiert haben. Als es dann zur Rudelbildung kam, hat der Unparteiische das Spiel abgebrochen. Er wollte ihm wohl eine Rote Karte geben, befand es dann aber für sicherer, die Partie vorzeitig zu beenden. Was noch positiv zu erwähnen ist, ist, dass unsere Spieler sich da komplett rausgehalten haben. Und der Auslöser war, dass er behauptet, jemand hätte ihn als "Neger" bezeichnet. Ich habe zahlreiche Leute angerufen und befragt. Der Schiedsrichter hat nichts gehört, niemand vom Ordnungsdienst und auch nicht der Mitarbeiter von der WAZ. Es gibt keine Beweise dafür, dass rassistische Äußerungen gefallen sind. Und wenn es ein Zuschauer gewesen sein sollte, gibt es keinerlei Anzeichen, dass er zu unserem Verein gehört. Doch von den Medien wird es wieder so gedreht, dass der ganze Verein beteiligt ist. Ich werde es mir auch nicht nehmen lassen, dagegen vorzugehen. Ich verlange auch, dass es von der Zeitung richtig gestellt wird. Ich sehe das nicht ein, dass ein Verein wie wir, der so viel soziales Engagement betreibt, in den Schmutz gezogen wird. Wir sind ein Club mit jeder Menge türkischer Migranten und da sollen wir rassistische Äußerungen von uns geben? Als ich noch Spieler war, kam es auch vor, dass jemand "Scheiß Türke" zu mir gesagt hat und ich bin ruhig geblieben. Ich verurteile Rassismuss aufs allerschärfste. Sollte es jemals vorkommen, dass ein Mitglied unseres Vereins jemand rassistisch beleidigt, dann fliegt er hochkant aus unserem Verein. Wir haben in den letzten Jahren eine Reihe von sozialen Engagements durchgeführt. Unter anderem haben wir ein Verein in Gambia mit 2000 Euro, einem Trikotsatz und einem Container voller Kleidung zukommen lassen. Das sind Schwarzafrikaner und da sollen wir "Neger" gesagt haben? Ich arbeite eng mit dem Landessportverband zusammen und führe Workshops durch, die den Titel "Integration im Sport" tragen. Wir arbeiten eng mit Grundschulen zusammen, führen Gewaltpräventionen durch und dann wirst du von der Presse mit einem Schlag zurück geworfen. Das ist sehr schade. Ich möchte auch nochmal Stellung dazu beziehen, was der Sebastian gesagt hat (Sebastian Stempel, Trainer Dostlukspor, d. Red.). Zunächst einmal entschuldige ich mich bei den Zuschauern dafür, dass er behauptet ein Zuschauer hätte den Torwart rassistisch beleidigt. Und auch dass er uns im Sommer verlassen wird. Ich gehe von einem Schnellschuss aus. Sebastian hat sich früh im Spiel verletzt, Witali Steiner ebenfalls und dazu noch die Rote Karte für Georges Nassar. Da kam alles zusammen und so entstand dann diese Aussage. Wir werden uns in nächster Zeit mit Sebastian zusammensetzten und mit ihm über die Zukunft reden. Und ich rede von einer Verlängerung. Ich glaube nicht, dass Sebastian uns verlassen will."