Sieg gegen haushohen Favoriten

Was für ein sensationeller Start in die Rückrunde für den SC Rot-Weiß Oberhausen. Nachdem die ersten drei Spiele nach der Winterpause auf Grund der Witterung abgesagt werden mussten konnten sich die Kleeblätter heute mit 2:0 gegen den haushohen Favoriten und Aufstiegsaspiranten FC Viktoria Köln durchsetzen. Der verdiente, durch pure Leidenschaft erspielte Sieg bringt dem Team von Trainer Peter Kunkel für den Moment ein wenig Luft im Abstiegskampf.

Text & Fotos: Michael Ketzer

Dominik Poremba (l.) im Zweikampf mit RWO-Neuzugang Felix Haas.
Dominik Poremba (l.) im Zweikampf mit RWO-Neuzugang Felix Haas.

Von Anfang an waren die Rot-Weißen super im Spiel und brachten die Abwehr der Kölner Viktoria ein ums andere Mal in Bedrängnis. Die Tore fielen aber erst in der zweiten Hälfte, die RWO-Coach Peter Kunkel als absolute „Sahnehalbzeit“ beschrieb. Denn das Ergebnis hätte durchaus auch noch ein oder zwei Tore höher ausfallen können. Doch der Reihe nach: Bereits nach vier Minuten hätte es fast im Kölner Tor geklingelt, als Viktoria-Schlussmann Poremba einen Freistoß von Benny Weigelt nicht festhalten konnte und der Ball von der Ferse von Felix Haas ins Toraus sprang.

Einer von mehreren Ex-Profis im Team von Viktoria Köln, heute allerdings gelb/rot gesperrt: Albert Streit.
Einer von mehreren Ex-Profis im Team von Viktoria Köln, heute allerdings gelb/rot gesperrt: Albert Streit.

Zwei Minuten später kamen die Kölner selbst das erste Mal vor das Tor von Thorben Krol, doch Felix Haas konnte die Flanke mit dem Kopf entschärfen und der Nachschuss landete im Oberhausener Nachthimmel. Danach ging es aber wieder nur noch in eine Richtung, und zwar in jene des Viktoria-Tors. In der 9. Minute war Marcel Landers über rechts auf und davon, seine scharfe Hereingabe konnte aber noch so gerade zur Ecke geklärt werden. Vier Minuten später versuchte es Kevin Steuke auf der anderen Seite ohne Erfolg. Und noch eine Minute später hatten die Oberhausener Fans schon den Torschrei auf den Lippen, als Jörn Nowak nach einer Ecke hoch stieg und den Keeper zu einer absoluten Glanztat zwang.

Rückkehrer Marcel Landers (l.), hier gegen David Müller.
Rückkehrer Marcel Landers (l.), hier gegen David Müller.

Der Führungstreffer lag in der Luft und die RWO-Abwehr konnte jeden Angriffsversuch der Kölner bereits im Keim ersticken. Nach gut 25. Minuten stand der Torhüter aus der Domstadt dann wieder im Mittelpunkt, als Pascale Talarski den Ball wunderschön aus der Luft nahm und auf das lange Eck schoss. Poremba musste sich ganz lang machen, um den Ball um den Pfosten zu drehen. Eine halbe Stunde musste vergehen, bis Köln das nächste Mal vor dem Oberhausener Gehäuse auftauchte. Bei einem Freistoß aus gut 25 Meter musste Torwart Krol jedoch nicht eingreifen, Felix Haas und Kevin Steuke konnten den Ball in Zusammenarbeit klären und einen Konter einleiten, den die FC-Abwehr erst in höchster Not klären konnte. Dann kam der Auftritt von Youngster und Linksfuß Kevin Steuke. Marcel Landers war unmittelbar vor dem Strafraum gefoult worden und Steuke legte sich den Ball hin und setzte ihn mit einem wunderschönen Freistoß an den rechten Innenpfosten. Torhüter Poremba hatte nicht einmal versucht in Richtung Ball zu kommen. Doch wieder blieb den Kleeblättern das Glück verwehrt.

Michael Gardawski (l.) und Patrick Bauder.
Michael Gardawski (l.) und Patrick Bauder.

Nur einmal musste Thorben Krol in der Folge noch eingreifen, bei einem Freistoß in der 44. Minute war er aber hellwach und bugsierte das Leder aus der Gefahrenzone. Danach war Pause, aus der beide Mannschaften unverändert wieder auf das Feld kamen. Um eins vorweg zu nehmen, von Tabellenzweiten kam im zweiten Durchgang nach vorne praktisch nichts mehr. Stattdessen drängten die Rot-Weißen weiter auf die Führung. Direkt nach Wiederanpfiff hatte Pascale Talarski nach einer Ablage von „Terra“ erneut die Führung auf dem Fuß, aber sein Schuss strich Millimeter am langen Eck vorbei. Doch acht Minuten später war es dann geschafft. Nach dem bis dato schönsten Spielzug der Partie über rechts, über die Stationen Landers und Caspari, landete der Ball wieder bei Talarski und der knallte die Kugel zum hochverdienten 1:0 in die Maschen. Und RWO wollte mehr. Nur drei Minuten später brachte der Torschütze einen Freistoß in die Mitte, den Kapitän Benny Weigelt direkt nahm und nur knapp am Querbalken vorbei schoss. Die Aktion schien Viktoria-Routinier Alexander Voigt überhaupt nicht geschmeckt zu haben, denn zwei Minuten später stieg er Weigelt bei einem Zweikampf auf den zuletzt gebrochenen Knöchel. Doch der „Capitano“ biss nach kurzer Behandlungspause auf die Zähne und konnte weiterspielen. Auf der Gegenseite konnte dies einige Minuten später Mariusz Kukielka nicht, als der verletzt vom Platz begleitet werden musste und durch Michael Gardawaski ersetzt wurde. Danach wirkte die Abwehr der Gäste noch etwas unsortierter als zuvor, was Torjäger Sebastian Mützel in der 65. Minute eiskalt ausnutzen konnte. In der Mitte waren sich Abwehrspieler und Torwart nicht einig und „Mütze“ versenkte aus der Drehung aus fast unmöglichem Winkel den Ball im langen Eck zum 2:0. Aber die Kleeblätter hatten noch immer nicht genug, wollten den dritten Treffer erzielen, was in der 68. Minute auch fast gelang. Nach toller Kombination konnte Marcel Landers von rechts in Richtung Tor starten, aber der Keeper bekam bei seinem Abschluss noch so gerade die Fäuste hoch und wehrte zur Ecke ab.

Sebastian Mützel (l.) trifft zum entscheidenden 2:0 gegen Dominik Poremba.
Sebastian Mützel (l.) trifft zum entscheidenden 2:0 gegen Dominik Poremba.

Nur eine Minute später hatte Mike Terranova das dritte Tor auf dem Fuß, doch wieder reagierte der beste Kölner, nämlich Torhüter Poremba, glänzend. Spätestens in der 71. Minute wäre dann aber der dritte Treffer der Kleeblätter hochverdient gewesen, als nach einem Doppelpass von Talarski und Bauder, dieser den Ball an die Latte setzte. In der 87. Minute sah dann der RWO-Kapitän nach einem Foul die Gelbe Karte, eine harte aber vertretbare Entscheidung. Da er allerdings nur eine Minute später erneut einen Konter nur mit einem Foul stoppen konnte, schickte ihn Schiedsrichter Thomsen mit der Ampelkarte vom Platz. Die Jungs von Peter Kunkel mussten also die letzten Minuten ohne Benny Weigelt überstehen. Doch statt eines letzten Aufbäumens des Gastes, hatten die Rot-Weißen zwei weitere Einschussmöglichkeiten, die sie aber ungenutzt ließen. Somit endete das Spiel nach der besten Saisonleistung der Kleeblätter mit 2:0 für die Hausherren.

Stimmen zum Spiel:

Die Mannschaft feiert nach dem Spiel mit den Fans.
Die Mannschaft feiert nach dem Spiel mit den Fans.

Peter Kunkel (Trainer RWO):
„Wir haben das fortgesetzt, was wir uns in der Vorbereitung erarbeitet haben. Die Defensive hat super gearbeitet, und nach vorne haben wir richtig stark gespielt. Die zweite Halbzeit war absolute Sahne und Viktoria hatte keine wirkliche Torchance mehr. Ohne überheblich zu wirken, hätte das Spiel auch 3:0 oder 4:0 ausgehen können.“

Ralf Aussem (Viktoria Köln):
„Glückwunsch an RWO. Sie sind das Spiel mit voller Leidenschaft angegangen und sie waren viel aggressiver und haben die Zweikämpfe angenommen. Wir haben heute einfach zu viel vermissen lassen.“

RWO:

Krol, Caspari, Nowak, Haas, Steuke, Bauder, Weigelt, Landers, Mützel (84. Schneider), Terranova (90. Watahiki), Talarski (90. Smykacz)

Viktoria Köln:

Poremba, Voigt, Kukielka (61. Gardawski), Wunderlich, Bouhaddouz, Müller, Glowacz (68. Aydogmus), Sinkala, Dahmani (56. Nsereko), Tschumakow, Pusic

Schiedsrichter/Assistenten: Thomsen – Wollenweber, Sikorski
Tore: 1:0 Talarski (54.), 2:0 Mützel (65.)
Karten: Weigelt (Gelb, 87.), Weigelt (Gelb-Rot, 88.)
Zuschauer: 1986

Impressionen zum Spiel:

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Kommentare: 5
  • #1

    Gossen (Samstag, 23 Februar 2013 07:46)

    Ernsthaft jetzt gewonn? Oder war das Freunschaftspiel?

  • #2

    Ebel (Samstag, 23 Februar 2013 07:48)

    Wenn Candan nicht spielt Kriegen die immer Klatsche.selber schuld wenn ihn der Trainer nicht einwechselt

  • #3

    Michael Ketzer (Samstag, 23 Februar 2013 11:16)

    Hallo 'Ebel', zur Info: Fatih Candan war zivil im Stadion. Zurzeit kuriert er eine Schambeinentzündung aus und steht Ralf Aussem als Alternative daher momentan nicht zu Verfügung.

  • #4

    EBEL (Sonntag, 24 Februar 2013 15:13)

    Vielen Dank an Michael Ketzer..

  • #5

    Kalle (Sonntag, 24 Februar 2013 22:57)

    Was für ein Abstieg von Albert streit