"Die Torhüter optimal fördern"

Carlos Enrique Girnt ist seit Anfang Januar verantwortlich für die Nachwuchstorhüter des SV Zweckel. Der ehemalige Zweitligaprofi Spaniens hat dabei ein Konzept entwickelt, um die Keeper besser auf ihre Aufgabe in den modernen Spielsystemen vorzubereiten.

"Generationen von Torhütern ist der Trainingsablauf vertraut (gewesen): Irgendwie nehmen sie am Training ihres Fußballteams teil, irgendwann während der Übungseinheit gibt es das Torschusstraining, vielleicht werden auch noch Standards, wie Ecken oder Freistöße, geübt. Das war es dann aber auch schon Und Torwarttraining in der Jugend? Schwamm drüber", so Girnt.


Beim SV Zweckel gehen die Verantwortlichen neue Wege.

Seine Leitgedanken und Eckpfeiler der Zweckeler Torwartkonzeption präsentierte der ausgewiesene Torwartexperte beim Jahrestreffen der Zweckeler Jugendtrainer. Nun wird es in die Tat umgesetzt. „Wir müssen unsere jungen Torhüter optimal fördern, da im modernen Mannschaftsgefüge es nicht mehr nur darauf ankommt, Bälle zu halten“, sagt Girnt, denn: „Die modernen Spielsysteme führen dazu, dass der Torhüter zunehmend die Rolle des letzten freien Mannes einnimmt und stärker in den Spielaufbau einbezogen wird.“

Demzufolge gelte es, den Nachwuchs Schritt für Schritt und altersgerecht auf
seine Aufgaben als Torspieler vorzubereiten. "Mir ist es wichtig, einen Gesamtüberblick über unser Konzept aufzuzeigen. Wir wollen die Torwartpositionen in unseren Seniorenmannschaften durch ausgebildete Spieler aus dem eigenen Nachwuchsbereich besetzen", beschreibt Girnt das Ziel der Torhüterkonzeption.

 
Das Konzept von Girnt zeigt auf, wie eine Verzahnung bei Torhütern über den
Jugendbereich bis zur Seniorenmannschaft erreicht werden kann. "Für mich als Koordinator Torwartausbildung und –Entwicklung ist es wichtig, dass ich auch direkten Kontakt mit den Torhütern in den Trainingseinheiten habe", beschreibt Girnt die Vorteile der engen Verzahnung. Damit ist gewährleistet, dass
grundsätzlich alle Torhüter des Vereins mit den Anforderungen, den Trainingsinhalten und der Trainingsmethodik vertraut sind und eine hohe
Flexibilität zwischen den Leistungs- und Altersstufen ereicht werden kann.

"Mehr agieren als reagieren", lautet ein weiterer Grundsatz. Die Zeiten des passiven Torhüters, der auf der Torlinie klebt, sind vorbei. "In Zweckel sollen die Ansätze des
mitspielenden Torwarts, Zonentraining, Raumverteidigung und der Ballangriffsmethode integriert werden ".
 
Anforderungen und Ziele der Konzeption:
Das Torwartspiel und die Anforderungen an die Torhüter haben sich in den vergangenen Jahren wesentlich verändert. Neben der Beherrschung der klassischen Torwarttechniken müssen die Torhüter auch sehr gute Fußballer sein. Für Girnt sind die Zeiten vorbei, in denen ein Torhüter nur passiv am Spielgeschehen teilnimmt. »Ich möchte, dass ein Torhüter bereits bei der Entstehung von Torchancen gemeinsam mit dem Abwehrverbund eingreift«, äußert sich Torwarttrainer Carlos Enrique Girnt zu den geänderten Anforderungen des
Torhüters im modernen Fußball. Aus diesem Verständnis heraus hat Carlos Enrique Girnt ein klares Anforderungsprofil entwickelt, das für sämtliche Torhüter des Vereins Anwendung findet:
1. Sehr gutes Spielverständnis bei Bällen in die Tiefe    
2. Zielgerichtetes Coachen der Vorderleute 
3. Taktisch richtige Entscheidung hinsichtlich der Spielfortsetzung treffen 
4. Gutes Konzentrationsausdauervermögen 

5. Offensiv agieren in 1-gegen-1-Duellen

6. Rückpässe mit links und rechts verarbeiten und weiterspielen können

7. Beherrschung des kompletten 16-Meter-Raums

8. Mentale Fähigkeiten, wie die Überzeugung stets gewinnen und sich weiterentwickeln zu wollen

 

Text: Girnt/Zweckel

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Kommentare: 1
  • #1

    Steve Mandanda (Montag, 28 Januar 2013 12:40)

    Gut das Zweckel schon so viele Torhüter aus der Jugend im Seniorenbereich spielen hat.. :D Also.. Absolute optimal gefördert! NICHT!