Jörg Kessen neuer Cheftrainer

Der Bezirksligist VfR 08 Oberhausen hat seit Sonntagnachmittag einen neuen Cheftrainer. Wie der 2. Vorsitzende Tim Ludwig bekannt gab, ist Jörg Kessen der neue Mann an der Linie und damit Nachfolger von Jürgen Wojciech, der aus beruflichen Gründen sein Amt am 5. Januar niedergelegt hatte. Kessen bringt seinen alten Co-Trainer „Toto“ mit an die Tiroler Straße, der in Oberhausen kein Unbekannter ist. Ludwig präsentierte zudem auch noch gleich sechs (!) Neuzugänge. Unter anderem auch gleich drei Oberhausener aus der anderen Bezirksliga-Gruppe.

Kessen war zuletzt bis zum Sommer 2012 beim Landesligisten Duisburg 1900 tätig und wurde erstmals letzte Woche von den 08er kontaktiert. „Danach ging alles sehr schnell, da Jörg das Angebot gut fand und von unserem Umfeld begeistert war“, so Ludwig zu Auf’m Platz. Am morgigen Dienstag leitet Kessen dann bereits schon das erste Training. Mit dabei ist auch sein Co-Trainer Achim „Toto“ Pelzer, der unter anderem auch für Rot-Weiß Oberhausen fünf Jahre lang Fußball gespielt hat. Sein Zwillingsbruder Ralf ist beim KFC Uerdingen Co-Trainer. 

Jörg Kessen.
Jörg Kessen.

   Kessen zu verpflichten war unter anderem auch ein spontaner Zufall. Der ehemalige Zweitligaspieler des MSV Duisburg war vor knapp zwei Wochen beim Traditionsmaster für den MSV am Ball, woraufhin die 08-Verantwortlichen, die als Zuschauer auch dabei waren, wieder auf Kessen aufmerksam wurden. „Danach haben wir noch ein bis zwei ehemalige Weggefährten von ihm angesprochen und uns nach seiner Arbeit auf dem Trainingsplatz erkundigt und dann ging alles sehr schnell“, so Ludwig weiter. Kessen und Pelzer haben zunächst bis zum Saisonende einen Vertrag unterschrieben. „Das war von beiden Seiten so gewünscht, da wir uns erst einmal alle besser kennenlernen müssen. Wir haben vereinbart uns im April oder Mai - also schon vor Saisonende - zusammenzusetzen und ein Resümee ziehen, um zu gucken, ob es weitergehen kann. Wobei wir das natürlich eigentlich anstreben“, gab der 2. Vorsitzende zu Protokoll.

   Dem konnte Kessen nur zustimmen. „Wir müssen uns erst einmal alle beschnuppern und daher denke ich, dass das ein fairer Vertrag für alle Seiten ist“, so Kessen in seiner ersten Stellungnahme gegenüber Auf’m Platz. Kessen selbst, der unter anderem auch schon TuRa Duisburg und Sterkrade 06/07 trainierte, hat noch immer ein paar Kontakte nach Oberhausen, die er dann auch genutzt hat. „Donnerstagabend wurde ich von Tim erstmals angerufen und ich habe mir dann zwei Tage Bedenkzeit erbeten, die ich dann auch genutzt habe, um mich ein bisschen umzuhören. Und alle haben eigentlich gesagt, dass es ein seriös geführter Verein ist. Außerdem haben sie sich auch wirklich sehr um mich bemüht und ein sehr gutes Bild nach außen hin abgegeben“, war Kessen von der Kontaktaufnahme sehr angetan. Denn eigentlich hatte er nicht vor, niedriger als Landesliga zu trainieren. Dieser Reiz, aufsteigen zu können, „hat natürlich auch eine Rolle gespielt“, gibt Kessen zu, der von netten Gesprächen berichtet und nur eine Bedingung stellte. „20 Mann kann man nicht alleine trainieren, da brauche ich einen Co-Trainer, auch wenn der VfR noch nie einen hatte. Aber dieser Wunsche wurde mir auch erfüllt, so dass ich mich freue mit Achim zusammenarbeiten zu können.“

Tim Ludwig.
Tim Ludwig.

   Der neue Trainer dürfte weitaus schwierige Aufgaben gehabt haben. Denn der VfR steht sowieso schon sehr gut da und ist als Tabellenzweiter in Schlagdistanz zum Tabellenführer und damit auch zur Landesliga. „Ja, wir sind gut aufgestellt, aber wir alle kennen unsere Vorgeschichte aus der Vorsaison, wo wir erst auf dem letzten Drücker den Klassenerhalt packen konnten. Deswegen ist es zweitrangig, ob wir Erster, Dritter oder Achter werden. Wenn wir drei Spieltage vor Schluss immer noch auf Platz Zwei stehen, dann wollen wir auch aufsteigen“, so Ludwig. „Aber wir müssen ja auch jetzt erst einmal abwarten, wie sich alle einleben. Von daher wäre es Quatsch, jetzt schon von der Landesliga zu sprechen.

   Dabei hat sich der Bezirksligist teilweise auch namhaft verstärkt. Von Dersimspor Duisburg kommt Torwart Manuel Schulz, der unter anderem auch lange bei TuRa Duisburg tätig war und bereits seit Oktober bei den 08ern mittrainiert hatte. Ebenfalls seit Oktober im Training und nun auch spielberechtigt, ist Alexander Deußen. Der Stürmer kommt von den Sportfreunden Königshardt und hat ebenso eine VfR-Vergangenheit, wie Mathias Banowski von Adler Osterfeld, der nach einem halben Jahr zurück an die Tiroler Straße wechselt. Tim Dannenberg, der zuletzt beim Post SV tätig war, aber auch schon seit September mittrainiert, hat seine zeitlichen Engpässe in den Griff bekommen und verstärkt auch den Bezirksligisten. Aus der Reserve wird Mario Brambosch hochgezogen und zu guter Letzt ist auch Mirko Brands einer der Neuen. Allerdings wird Brands sich noch bis zum ersten Pflichtspiel gedulden müssen. „Brands und der SC 20 sind ja bekanntermaßen nicht unbedingt im Frieden auseinander gegangen. Und da im Winter die Ablösesummen frei verhandelbar sind, hat der Spielclub eine derart hohe Ablösesumme gefordert, die im Amateurfußball einfach nicht gezahlt werden kann. Also mussten wir von einem Kauf Abstand nehmen, womit auch Mirko einverstanden war. Er wohnt hier bei uns um die Ecke und freut sich dann, wenn er bei den letzten Spielen mit eingreifen kann“, so Ludwig, der neben sechs Neuzugängen nur drei Abgänge verkünden muss. Dennis Lendl (war im Sommer von SW Alstaden gekommen) und Elie Kamauo haben noch keinen neuen Verein gefunden, wobei Ludwig vermutet, dass Kamauo nach Union Frintrop wechseln könnte. „Allerdings habt sich für beide Spieler noch keiner gemeldet.“ Anders verhält es sich bei Dennis Sturznickel, der nach vielen Verletzungen und wenig Spielpraxis als Torwart nun sein Glück bei der Reserve von Speldorf sucht.

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Kommentare: 2
  • #1

    aha (Montag, 21 Januar 2013 21:40)

    Ist wohl der Reichtum dort ausgebrochen. Bin gespannt, wie lange das dort gut geht, zumal einige Leute aus der Ecke sich jetzt schon darüber beklagen, dass die Mannschaft zu oft gewinnt und somit kein Geld mehr für die Siegprämie da ist. Unabhängig davon wünsche ich dem Verein alles Gute in der Rückrunde.

  • #2

    Carsten .K (Donnerstag, 24 Januar 2013 13:26)

    Ein absoluter Fachmann !!! Da kann ich dem Vorstand nur gratulieren viel Glück Jörg :) gruss Carsten Kemnitz !