„Schlimmer kann es nicht mehr werden“

Am 22. Oktober 2012 übernahm Mehmet Ali, genannt „Mali“, Sirin die Zweitvertretung von YEG Hassel. Sein damaliger Vorgänger Sezgin Özkan reagierte geschockt auf die Trennung. Doch der sportliche Erfolg sprach alles andere als für Özkan. Der Aufsteiger spielte in der Bezirksliga 9 von Anfang an gegen den Abstieg. Siege? Gerade einmal zwei. Nun will Sirin den Klassenerhalt mit teils neuem Personal angehen - und dann eine U23 bilden.

Hinrundenfazit über YEG Hassel (Bezirksliga)

Sirin selbst spielte schon unter anderem unter Horst Köppel, Matthias Sammer oder Thomas von Heesen Fußball. Außerdem auch in der ersten türkischen Liga und auch schon in Dänemark. Ein kleiner Paradiesvogel, wenn man so will, der natürlich dadurch viel Erfahrung mitbringt. Trotz seiner gerade einmal 29 Jahre. Eine komplizierte Verletzung am Sprunggelenk machte es dem ehemaligen Profi unmöglich, weiter auf höchstem Niveau zu spielen.

Trainer Mehmet Ali Sirin von YEG Hassel II.
Trainer Mehmet Ali Sirin von YEG Hassel II.

   Nun ist „Mali“, wie er am liebsten gerufen wird, für eine Mannschaft verantwortlich, die auf derselben Platzanlage ihre Meisterschaftsspiele austrägt, wie sein alter Klub, den er zu Beginn der Saison verließ: SC Hassel. Dort war Sirin für die A-Junioren verantwortlich. „Es gab dann Schwierigkeiten mit dem Verein, Vereinbarungen wurden nicht gehalten und dann habe ich aufgehört. Als die Anfrage von YEG kam, hatte ich zunächst Vorbehalte, weil nur türkische Verantwortliche im Verein sitzen“, so der in der Türkei geborene Sirin. „Ich habe sehr lange überlegt und viel recherchiert und war mir dann sichert, unbedingt dahin zu müssen. Außerdem ist eine Seniorenmannschaft in der Bezirksliga zu trainieren, sehr interssant“, so Sirin weiter.
    Ein Anliegen von Sirin will er gleich schon in der Winterpause angehen. „Allein die Punktzahl wird für mich nicht zählen, auch wenn ich natürlich auf alle Fälle den Klassenerhalt diese Saison packen will. Ich will aber auch eine Multi-Kulti-Truppe zusammenstellen. Nicht nur Türken oder auch nur Deutsche. Spieler aus verschiedenen Nationen, bevor mittelfristig dann eine U23-Mannschaft hier entstehen soll.“
   Und Sirin nimmt auch kein Blatt vor dem Mund, als er an den Oktober zurückdenkt. „Der Verein hört es nicht gerne, aber ich stehe dazu: Es war zunächst eine Chaoten-Truppe, schlimmer konnte es einfach nicht mehr werden. Deswegen habe ich zunächst Spieler mitgeteilt, dass sie sich einen neuen Verein suchen sollen, auch wenn sie die größte Erfahrung haben oder die meisten Tore in dieser Mannschaft erzielt haben. Diese Spieler hatten für einen Graben im Team gesorgt, sie mussten raus“, redet Sirin Klartext.

'Mali' Sirin im Porträt.
'Mali' Sirin im Porträt.

    Der Verein stand hinter diesen Maßnahmen, die teilweise schon vor der Winterpause umgesetzt wurden. Auch deswegen hatte Oktay Güney, Spielertrainer der Erstmannschaft und Tabellenführer in der Bezirksliga 11, schon behauptet: „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Zweitvertretung den Klassenerhalt packen wird.“ Über diese Aussage freut sich Sirin natürlich. „Ich bin dankbar für solche Aussagen.“
    Sirin selbst ist auch davon überzeugt, weil er mit Baris Geldi (vereinslos), Selcuk Özdemir (Union Neustadt), Kamil Christoph Feledyk (Spvgg. 07/12 Herten) und Ferhat Yalcin (Firtinaspor) „vor allem Qualität dazu bekommen hat.“ Außerdem gibt es an diesem Wochenende ein dreitägiges Trainingslager in Essen-Werden, demnächst will Sirin auch dreimal die Woche trainieren. „Zuletzt haben sie nur zweimal trainiert und dann nur mit sechs Spielern. Ich staune, dass es sonntags dann nicht noch mehr Verletzte gibt“, so Sirin, der viele andere Vereine auch besucht hat, um weitere Erfahrungen zu sammeln. Aber er muss langsam vorgehen.
    „Bis zur Winterpause hatte ich auch eine katastrophale Bilanz. Vier Niederlagen und ein Unentschieden. Die Spieler waren total platt von den Einheiten unter der Woche, ich habe zu viel gefordert“, so Sirin. „Die Grundlagen fehlen bei der Mannschaft und vor allem die Physis. Daran müssen wir jetzt in den nächsten Wochen arbeiten, bevor es am 10. Februar mit der Meisterschaft wieder losgeht.
    Mit zehn Punkten steht YEG Hassel II auf dem 16. von 18 Plätzen. Punktgleich mit dem 15. und 17., nur ein Punkt hinter dem rettenden Ufer, aber auch schon neun Punkte zum vorletzten Nichtabstiegsplatz. Zudem stellt man das schwächste Heimteam. Doch wie sagte Sirin schon richtigerweise? „Es kann nicht schlimmer werden.“

 

Hier geht es zu YEG Hassel bei Auf'm Platz

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0