Kapitän vor dem Absprung

Die letzten Tage in 2012 waren beim SV Zweckel noch einmal aufregend. Neben zwei mehr als erfolgreichen Hallenturnieren, standen auch einige Personalentscheidungen an. Teilweise überraschende. Denn Kapitän Andre Koch steht vor einem Wechsel zum VfB Hüls. Doch im Gegensatz zu den Meldungen des Regionalligisten und einer Tageszeitung, ist der vermeintlich perfekte Wechsel alles andere als perfekt. Auf’m Platz sprach gestern noch kurz vor dem Jahreswechsel mit dem 1. Vorsitzenden Ulrich Wloch, der zu allen Personalien und auch zu einer vermeintlichen Fusion in Gladbeck Stellung bezieht.

Zunächst blickte Wloch hochzufrieden auf die beiden Hallenturniere zurück. Erst gewann man am zweiten Weihnachtstag den Hallenmaster beim Oberligisten TV Jahn Hiesfeld und strich 500 Euro Siegprämie ein, um nur wenige Tage später am 29. Dezember beim 4. Mitternachtscup in Dorsten erst im Finale am souveränen Bezirksliga-Tabellenführer YEG Hassel aus Gelsenkirchen zu scheitern. Doch insgesamt 850 Euro Siegprämie innerhalb von nur vier Tagen lässt sich sehen. „Das komplette Geld fließt in die Mannschaftskasse. Ohne den Wunsch der Spieler hätten wir an diesen Turnieren gar nicht teilgenommen und somit haben sie das Ganze mehr oder weniger auch selbst in die Hand genommen. Und deswegen bekommt die Mannschaftskasse auch das Geld, womit die Jungs, wenn sie dann mal an einem Samstagabend frei haben, auch etwas Schönes machen können“, so Wloch zu Auf’m Platz. „Das war an beiden Turnieren auch schon souveräner Fußball und teilweise auch toller Budenzauber“, war der 1. Vorsitzende wirklich mehr als zufrieden mit dem Auftreten.

Ulrich Wloch. Foto: Privat
Ulrich Wloch. Foto: Privat

   Zufrieden mit der Berichterstattung konnte Wloch dagegen nicht sein. Der VfB Hüls und auch eine Tageszeitung vermeldeten den Wechsel von Andre Koch und Christopher Seiffert am 30. Dezember bereits als perfekt. Während Koch zum Regionalligisten mit sofortiger Wirkung wechseln soll, soll quasi im Tausch der 27-jährige Seiffert an die Dorstener Straße wechseln. Seiffert war erst im letzten Sommer von Dorsten-Haardt nach Hüls gekommen, fiel aber aufgrund einer längeren Verletzung zurück und schaffte nicht mehr den Anschluss. „An Christopher Seiffert waren wir schon einmal vor zwei bis drei Jahren interessiert. Er würde uns mit seiner Erfahrung sicherlich weiterhelfen. Schließlich durchlief er die Schalker Jugend, war bei der U23 des MSV Duisburg in der Oberliga und vor Hüls bei Dorsten-Haardt. Zudem ist er wie Andre Koch flexibel einsetzbar“, gibt Wloch zu Protokoll.

   Doch Wloch spricht bewusst auch im Konjunktiv. Denn einen perfekten Wechsel gibt es noch nicht. Andre Koch ist zwar tatsächlich schon vom SV Zweckel abgemeldet. Doch eine Freigabe liegt noch nicht vor. „Bei beiden Spielern steht noch nicht alles zu 100 Prozent fest“, so Wloch. „Klar ist aber auch, dass wir Andre Koch keine Steine in den Weg legen wollen. Aber der Wechsel des Kapitäns, der sich zweieinhalb Jahre vorbildlich hier verhalten hat und immer beim Training war, schmerzt natürlich. Daher tut uns der Wechsel insgesamt weh - wenn es denn so weit kommt!“ Denn bis dahin gilt es noch ein paar Details zu klären, die von nicht gerade unwichtiger Natur sind. Beispielsweise die Ablösesumme, die der Regionalligist wohl nicht zahlen will. „Also müssen wir uns versuchen anders zu einigen“, so Wloch, der betont, dass Koch schließlich noch einen Vertrag hatte und man ihn nicht umsonst ziehen lassen will. Der Wechsel von Koch war nicht unbedingt absehbar. Zumindest nicht unmittelbar vor der Winterpause. Am 20. Dezember kontaktierte der VfB Hüls zum ersten Mal den Gladbecker Westfaligisten wegen des Rechtsverteidigers. Seitdem glühen die Drähte zwischen beiden Klubs. Welche Rolle dabei auch noch Engin Yavuzaslan spielt, ist wohl auch ein offenes Geheimnis.

Christopher Seiffert.
Christopher Seiffert.

   Schon länger war es ein offenes Geheimnis, dass Yavuzaslan, der erst im Sommer zum SVZ gekommen war, im Winter Gladbeck wieder den Rücken kehren wird. Sportlich konnte er Trainer Günter Appelt und der Mannschaft zu selten noch wichtige Impulse geben - auch aufgrund von Verletzungen. Nun ist er kurz davor, seine Schuhe an den Nagel zu hängen und davor, eine Karriere als Sportdirektor zu starten - beim VfB Hüls! „Inwiefern Engin entscheidende Anteile am möglichen Wechsel von Andre Koch hat, weiß ich nicht“, so Wloch zu Auf’m Platz. „Aber er war bisher bei allen Gesprächen dabei“, gibt der 1. Vorsitzende schmunzelnd zu. Wenn neben Koch auch Yavuzaszlan wechselt, wird es wohl auch nicht dabei bleiben, dass „nur“ Christopher Seiffert an die Dorstener Straße kommt. „Wir müssen natürlich noch abwarten, wer sich alles vom Verein abmeldet und dann für uns interessant werden könnte. Aber wir haben schon noch ein bis zwei Spieler auf dem Zettel“, so Wloch, der im gleichen Atemzug aber ebenso unterstreicht, dass es zumindest nicht noch weitere Abgänge geben wird. „Ansonsten ist kein Spieler auf uns zugekommen und hat den Wunsch geäußert, wechseln zu wollen.“ 

   Einen anderen Wechsel wird es auch nicht geben. Zuletzt kam immer wieder das Gerücht auf, dass der SV Zweckel eventuell über eine Fusion nachdenken würde. Vielleicht auch mit der DJK Alemannia Gladbeck. Doch dem Ganzen schiebt Wloch einen fetten Riegel vor. „Fusionieren werden wir nicht und auch eine Übernahme steht nicht zur Debatte. Ab und zu trainieren dort ein paar Jugendmannschaften, weil bei uns trotz Rasen- und Ascheplatz einfach alles mehr als nur ausgelastet ist und wir einfach keinen Platz haben“, gibt Wloch zu Protokoll, der glaubt, dass vielleicht dieses Gerücht aufkam, weil in Zukunft noch ein weiterer Platz in Gladbeck geschlossen werden muss.

   Zwar holt immer wieder die alte Problematik den SVZ ein, dass der Rasenplatz seinen Namen nicht verdient hat. Doch deswegen woanders hinziehen, steht für Wloch und Co. derzeit überhaupt nicht zur Debatte. Stattdessen steht man weiterhin in stetigem Kontakt mit der Stadt. „In den letzten Jahren wurde in Rentfort, bei SG Preußen und auch Schwarz-Blau was gemacht. Nie beim SV Zweckel. Wenn als nächstes in Gladbeck etwas passiert, dann muss es bei uns sein“, so Wloch abschließend. 

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Kommentare: 4
  • #1

    Talentscout (Dienstag, 01 Januar 2013 10:51)

    Der Engin war menschlich ein super Typ, aber fussballerisch hat er nie überzeugen können beim SVZ, liegt aber an seinen Verletztungen und das was vor einem Jahr passiert ist mit dem Schlaganfall. Auch ohne Andre Koch ist Zweckel noch super aufgestellt, mal sehen wer so neues kommt.

  • #2

    Zweckler (Dienstag, 01 Januar 2013 11:08)

    Viel Glück Andre,
    habe etliche Spiele gesehen und du hast immer alles gegeben!hast es dir verdient!Hut ab Zweckel zeigt Menschlichkeit!

  • #3

    SB (Dienstag, 01 Januar 2013 21:27)

    Super Herr Wloch.Was Wurde denn bei SB geschaffen.Ein neuer Tennenplatz,wirklich Klasse.Können ja eurer scheiss Rasen abfräsen und auch rote Asche aufschütten.Ein Westfalenligist gehört ins Stadion

  • #4

    Gladbecker Jung (Mittwoch, 02 Januar 2013 14:44)

    SB .. Du sagst es ein Westfalenligist gehört ins Stadion, aber die Stadt ist ja nicht mal bereit für ein paar Spiele im Jahr den Leichtathleten mal das Stadion zu vermiesen, jedes We ist dort zum beispiel Training, ich find für solche sachen sollte sich die Stadt wirklich mal einsetzen. Generell wird in Gladbeck was den Fußball betrifft nicht grad viel geleistet obwohl sich manche Vereine wirklich den Hintern aufreißen.
    Der SVZ macht auch alles richtig wenn sie sich mit Alemmania nicht zusammen tun. Es wäre mehr ne Lachnummer als ein Erfolg.