Die Zeichen stehen auf Abschied

Ein halbes Jahr ist es her, da ließ Alstadens Trainer Guido Contrino die Bombe bei Auf´m Platz platzen und sagte: „Es sieht so aus, dass ich unabhängig vom sportlichen Erfolg oder Misserfolg meine letzte Saison als SWA-Trainer absolvieren werde.“ Das hatte gesessen. Grund genug für Auf´m Platz mit dem eifrigen Trainer die Hinrunde Revue passieren zu lassen und nochmal nachzufragen, ob sich was geändert hat. So viel sei verraten: Die Zeichen stehen auf Abschied.

An seiner Aussage hat sich nichts geändert: Guido Contrino.
An seiner Aussage hat sich nichts geändert: Guido Contrino.

13 Spiele, 13 Siege – niemand wird bestreiten, dass die Schwarz-Weißen aus Alstaden das Maß aller Dinge in der Kreisliga A stellen. Es ist die gewachsene Truppe mit ihren individuell starken Kickern, darüber hinaus der Luxus auf jeder Position nahezu gleichwertig doppelt besetzt zu sein, die den Alstadenern schon vor dem ersten Spieltag von allen Seiten das Attribut „Aufstiegsfavorit“ anheftete. Aber mindestens genau so lange will Coach Contrino seinen Schützlingen am liebsten die Ohren zuhalten, das böse „A-Wort“ wurde schon vor dem ersten Training in den Ballschrank verbannt. „Und das ist kein leeres Geschwätz wenn ich sage, dass wir immer an unserem Limit spielen müssen um erfolgreich zu sein“, unterstreicht Contrino. „Das sieht man doch schon alleine beim Blick auf die Tabelle. Concordia spielt absolut bärenstark und überragend, die haben auch noch kein Spiel verloren und hängen uns richtig im Nacken. Und dann folgt der SV Fortuna, eine gewachsene Truppe, sehr, sehr spielstark, vor der wir ebenfalls den allergrößten Respekt haben. Ich bleibe dabei, es wird bis zum Ende ein ganz harter Kampf für alle dieser Teams werden, und das zeigt sich ja auch bereits jetzt: zwei Spiele unaufmerksam und verloren, und die Tabelle hat Bäumchen-Wechsel-Dich gespielt“, so Contrino. Zwei Spiele. Zwei Spiele, in denen so einiges passieren kann. Es hätten gut und gerne die zwei Spiele sein können, die zum Ende der Hinrunde nun ausgefallen waren.

Co-Trainer Martin Schulte.
Co-Trainer Martin Schulte.

Denn dort warteten mit Concordia und dem SV Fortuna gleich die beiden härtesten Brocken auf SWA. Und mit denen geht es somit im Februar / März wieder los. „Wir haben die Spielausfälle mit einem lachenden und einem weinenden Auge gesehen. Natürlich hätten wir diese Spiele gerne noch mitgenommen, auf der anderen Seite hätten uns wichtige Pfeiler des Teams gefehlt“, spielt Contrino auf die Ausfälle von Raguse, Lettau und Kapitän Noack an. Dafür wird das Programm der Vorbereitung nun deutlich straffer. Teilnahme am Portas Cup Dostlukspors in Bottrop, die Hallen-Stadtmeisterschaft, ein Testspiel gegen die Reserve von RWO (12. Januar, 14 Uhr) – und nur 14 Tage Pause. Denn aus der Vergangenheit, da hat man in Alstaden so seine Lehren gezogen. „Die vergangenen Jahre haben wir im Winter immer auf einem Aufstiegsplatz gestanden, aber dann sind wir ganz schlecht aus der Pause gekommen und haben uns selber alles kaputt gemacht. Das gilt es zu vermeiden“, sagt Contrino, der gemeinsam mit Co-Trainer Martin Schulte alle Hände voll zu tun hat. Jascha Ebers (berufsbedingt) und Steve Richter (wechselt zu SG Osterfeld) werden die Schwarz-Weißen zwar im Winter verlassen, aber mit den Langzeitverletzten Robert Binda (Mittelfußbruch) und Andreas Siebert (Kreuzbandriss) kehren zwei Kicker mit enormer Qualität zurück. Gut möglich, dass noch zwei weitere Zugänge im Winter zu den Alstadenern stoßen. „Es sieht sehr gut aus, aber zum jetzigen Zeitpunkt kann ich noch nicht mehr sagen“, so der Coach.

Ausgelassene Stimmung herrschte bei der gestrigen SWA-Weihnachtsfeier. (Foto: SWA)
Ausgelassene Stimmung herrschte bei der gestrigen SWA-Weihnachtsfeier. (Foto: SWA)

Und spätestens jetzt, wo es um Zu- und Abgänge geht, da kommt Contrino auch nicht mehr an der Frage seiner eigenen Zukunft vorbei. „Es ist schon abenteuerlich, was alles für Gerüchte kursieren. Ich hab mindestens bei fünf Vereinen schon zugesagt, langsam muss ich mich klonen. Aber das will ich nochmal hervorheben: Das ist alles Unsinn! Natürlich gab es Anfragen, das ist aber normal und ich habe mich damit noch nicht auseinandergesetzt. Meine Konzentration gilt SW Alstaden. Aber, und auch das steht fest: An meiner Aussage bei Auf´m Platz hat sich nichts geändert. Höchstwahrscheinlich endet mein Engagement zum Ende dieser Spielzeit. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass ich umgezogen bin nach Dorsten, und auch einem Verein wie Alstaden können neue Impulse niemals schaden“, sagt Contrino. Der will eine endgültige Entscheidung in den kommenden acht bis zehn Wochen definitiv und unumstößlich fällen. „Das bin ich diesem Verein, dem Verein meiner ersten Trainerstation dem ich so viel zu verdanken habe einfach schuldig, dass ich ihnen genug Zeit für weitergehenden Planungen gebe“, so der Trainer. Das hört sich nach Trennung an. Doch bis dahin gilt die volle Konzentration der Liga, auch die Hallen-Stadtmeisterschaft stellt für Contrino und seine Schützlinge nicht mehr als eine Rand-Geschichte dar. „Das war unter meiner Führung schon immer so. Tut mir leid wenn manche Leute das nicht nachvollziehen können, aber das ist mir ehrlich gesagt auch egal. Für uns kann es doch einzig und allein nur darum gehen, gut in die Rückrunde zu starten und gegen Fortuna und Concordia mindestens nicht zu verlieren“, so der Übungsleiter aus der Kuhle. „Denn“, so ist sich Contrino sicher, „eine Mannschaft aus dieser Dreier-Konstellation wird trotz einer starken Saison und richtig vielen Punkten auf dem Konto nicht den Aufstieg realisieren können. Wir arbeiten daran, dass nicht wir es sind“, so Contrino. Auch, wenn die Zeichen auf Abschied stehen.

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Kommentare: 2
  • #1

    Ramos (Dienstag, 25 Dezember 2012 10:28)

    Bye Guido, wenn du an deiner Person noch arbeitest und es schaffst an der Seitenlinie ein wenig in deiner Wortwahl zu verbessern, könnte aus dir ein "kleiner" Klopp werden. Dir und dein Team, viel Glück für die Rückrunde und den zwei noch ausstehenden Spielen die es in sich haben werden.

  • #2

    Oberhausener (Donnerstag, 27 Dezember 2012 09:41)

    Also ich denke auch, das contrino mittlerweile locker höher trainieren kann, aber für die swa kicker wäre es sicher kein geschenk, wenn er im falle eines aufstiegs von dannen zieht. never change a winning team. das gilt nicht nur für spieler, sondern auch für das trainergespann.