Safakspor überrascht Rovers und 06/07

Die letzten Meisterschaftsspiele im Jahre 2012 sind absolviert und die Bezirksligisten SC 20 und Sterkrade Nord unterstrichen noch einmal, warum sie ganz oben stehen. Dagegen erlebte Dirk Rovers im "Straßen-Derby" ein böses Erwachen beim TSV Safakspor, das zudem ab sofort mit Oberhausens Rekord-Torschützen Carsten Kemnitz einen neuen Co-Trainer hat. Königshardt kommt nicht über ein Unentschieden hinaus und Jörg Lieg vom BWO musste sich nach Abpfiff erst einmal beruhigen, bevor er im zweiten Anlauf bereitwillig Auskunft gab. 

Bezirksliga - Gruppe 4

SC 20 Oberhausen - SV Union Frintrop 3:2 (1:0)

Der Spielclub 20 gewann bereits am Samstagnachmittag sein letztes Pflicht- und Heimspiel des Kalenderjahres 2012 mit 3:2 (1:0) gegen Union Frintrop und krönte damit eine bärenstarke Hinrunde. Die Mannschaft von Trainer Thorsten Möllmann blieb in allen bisher 15 absolvierten Partien ohne eine einzige Niederlage. Außerdem gewann man die meisten Spiele aller Teams, erzielte die meisten Tore und stellt auch die zweitbeste Defensive der Liga. Dass es nicht zur Besten reicht, lag an einem etwas schludrigen Ende am gestrigen Sonnabend, als die Spieler mit ihren Köpfen wahrscheinlich schon bei der direkt im Anschluss stattfindenden Weihnachtsfeier waren. „Eigentlich hätten wir nach dem 3:0 noch den vierten oder fünften Treffer nachlegen müssen. Aber unter dem Strich bin ich zufrieden, ein Punkt für Frintrop wäre auch des Guten zu viel gewesen“, gab Möllmann zu Protokoll, für den zweimal Ertural und einmal Hilgert trafen. Möllmann musste am Samstag auf einige Spieler verzichten, die verletzungs- oder berufsbedingt fehlten. Zudem fehlten auch Mirko Brands und Claudio Miranda, wie Auf’m Platz bereits vor zwei Wochen berichtet hatte. Unruhe gab es laut Möllmann deswegen nicht. „Die hat nur die Tageszeitung mit ihrer Berichterstattung herbeireden wollen. Bei uns war das kein Thema.“ Aufrüsten will oder kann Möllmann deswegen jetzt aber auch nicht. „Das Geld fehlt theoretisch für Neuzugänge. Wir haben aber auch mit 20 Spielern einen großen Kader. Und so viel Pech mit Verletzungen wie in der Hinrunde, werden wir in der Rückrunde nicht noch einmal haben können“, glaubt der Cheftrainer, der zufrieden auf das Jahr und vor allem die zuletzt gespielte Halbserie zurückblickte. „So kann es weitergehen.“ 

Adler Osterfeld - Sterkrade Nord 1:3 (1:1)

Sterkrade Nord bleibt ärgster Verfolger vom souveränen Spitzenreiter SC 20 Oberhausen. Genau wie der Ligaprimus, schließt die Mühlbauer-Truppe das Jahr ohne eine einzige Niederlage ab. Im Derby beim Landesliga-Absteiger Adler Osterfeld gewannen die Gäste durch zwei späte Treffer in den Schlussminuten mit 3:1 (1:1) und liegen somit weiterhin nur vier Punkte hinter Platz Eins. Achim Mawick dagegen fand deutliche Worte nach dem Abpfiff. „Wenn du daheim gegen den Ersten und Zweiten der Tabelle verlierst, dann hast du oben auch nichts verloren. So einfach ist Fußball.“

Lars Mühlbauer.
Lars Mühlbauer.

   So einfach hätte es aber nicht kommen müssen. Beide Cheftrainer waren sich einig, dass das 2:1 für den Adler in der Luft lag. „Und dann hätten wir verloren“, hieß es aus Sicht von Mühlbauer. Bis dahin hatten die Zuschauer bei nasskaltem Wetter ein intensives, aber faires Derby gesehen, in dem beide Mannschaften in der ersten Halbzeit zu je einem Treffer per Foulelfmeter kamen. Beim 0:1 durch Kapitän Dennis Charlier gab es keine zwei Meinungen. „Unser Torwart Rene Staron hat einen Sterkrader umgehauen und dafür Gelb gesehen, das war ein zu Recht gepfiffener Strafstoß“, so die ehrlichen Worte von Mawick im Anschluss der Partie. Fast mit dem Halbzeitpfiff glichen die Gastgeber in Person vom Torjäger vom Dienst noch aus. Sebastian Czajkowski wurde nach Ansicht des Schiedsrichters elfmeterwürdig gefoult. „Diese Ansicht hatte der Unparteiische exklusiv“, war Mühlbauer nicht erfreut. Wohl wahr, denn selbst sein Gegenüber Achim Mawick und sogar der Spieler selbst, gaben nachher wohl zu, dass es kein Foul gewesen war. „In der zweiten Halbzeit hatten wir das Spiel im Griff und haben durch Hauner und Cibis zwei Riesenchancen, treffen aber unter anderem nur den Pfosten“, so Mawick zu Auf’m Platz. Und dann kam es, wie es kommen musste. Erst traf der eingewechselte Oliver Straub nach einer Standardsituation in Minute 88 und Adin Alagic vollstreckte dann in der Nachspielzeit und einem Konter zum entscheidenen 3:1.

   Mühlbauer war nach Abpfiff stolz wie Bolle. „Eine geile Truppe habe ich da und ich habe mich deswegen gerade noch einmal bei allen bedankt für dieses tolle Jahr.“ Einen kleinen Seitenhieb konnte er sich dann auch nicht verkneifen. „Wir stehen zu Recht da oben, das haben wir heute wieder bewiesen und damit allen Kritikern, die uns zuletzt Glück bescheinigten, wieder eindeutig gezeigt, zu was wir fähig sind.“

TSV Safakspor - Sterkrade 06/07 3:1 (1:0)

Die Überraschung des Spieltages ist perfekt! Der TSV Safakspor gewann das Derby gegen Sterkrade 06/07 mit 3:1 (1:0) und das auch völlig zu Recht, darin waren sich beide Cheftrainer nach Spielschluss einig. „Der TSV war mehr gewillt und man merkte den Gastgebern an, dass sie unbedingt diesen Dreier haben wollten“, so Dirk Rovers von den Gästen. „Spielerisch war es nicht überzeugend, aber kämpferisch war es super. Wir haben verdient gewonnen“, so Rovers Gegenüber, Özay Aydin.

Dirk Rovers.
Dirk Rovers.

   Aydin wartete zudem mit noch einer anderen Überraschung auf. Denn wie schon in den letzten Tagen in den Weiten der sozialen Netzwerke bekannt wurde, ist der stadtbekannte Carsten Kemnitz (43) neuer Co-Trainer beim Landesliga-Absteiger. Kemnitz saß bereits heute schon mit auf der Bank und wird Aydin fortan unterstützen. „Eigentlich wollte ich nur bis zur Winterpause den Trainer mimen. Nach Rücksprache mit dem Vorstand sollte es dann doch erst noch weitergehen, wobei ich dann als Bedingung mir einen Co-Trainer gewünscht habe“, so Aydin, der dann bei seinem alten Freund Kemnitz fündig wurde. Kemnitz spielte zuletzt noch bei TuS Buschhausen die Hinrunde und ist sicherlich vor allem wegen seines immer noch bestehenden Tor-Rekordes in Oberhausen bekannt. Satte 57 Treffer gelangen Kemnitz einst in der Kreisliga A. „Seine Erfahrung wird uns allen helfen und ich freue mich mit ihm in einem Team arbeiten zu können“, so Aydin.

   Freude war bei Dirk Rovers heute nicht gerade hörbar. Im vierten Spiel unter seiner Regie setzte es die dritte Niederlage. In allen sieben Ortsderbys ging 06/07 als Verlierer vom Platz. So auch heute. „Das hatte sich abgezeichnet. Ich will die Niederlage nicht auf die Weihnachtsfeiern schieben. Aber wir sind mit der fehlenden Einstellung an die Partie gegangen“, so Rovers zu Auf’m Platz. Der ärgerte sich insbesondere deswegen, weil einige verlorengegangen Zuschauer wieder den Weg ins Stadion gefunden hatten, um sich die Mannschaft anzuschauen. „Die haben wir heute alle enttäuscht und wir haben die Fortschritte aus den letzten drei Spielen alle wieder zunichte gemacht. Mehr als der Ausgleichstreffer durch einen Kopfball von Serhat Erdogan ist uns nicht gelungen.“ Recht hat Rovers. Zunächst gingen die Gastgeber durch Ibrahim Akkaya nach knapp zehn Minuten in Führung. Es war sein zweiter Saisontreffer, Akkaya könnte eigentlich noch A-Jugend spielen. In den letzten 20 Minuten schnürte dann Neuzugang Selcuk Dede einen Doppelpack und bestätigte damit abermals, wie wichtig er für das Team ist. „Wir sind alle sehr zufrieden mit dem Jahresabschluss und haben jetzt wieder mehr Hoffnungen, dass der Verbleib in der Bezirksliga klappt“, so Aydin. Rovers will nur noch nach vorn blicken. „Ab jetzt beginnt eine neue Zeitrechnung. Köpfe in den Kunstrasen stecken gilt nicht. Ich freue mich auf die Aufgabe und Herausforderung, mit dem Team in der Winterpause nun in Ruhe und vernünftig arbeiten zu können.“

DJK SG Altenessen - SF Königshardt 2:2 (1:1)

Nach dem Schlusspfiff konnte Königshardts Übungsleiter Robert Reichert nur noch mit dem Kopf schütteln. Wie konnte es passieren, dass seine Schützlinge trotz eines dominanten Auftritts in Altenessen nur mit einem Zähler die Heimreise antreten mussten? „Ganz ehrlich, das ist für mich heute wie eine gefühlte Niederlage“, gab Reichert dann auch nach den absolvierten 90 Minuten und dem 2:2 zu Protokoll.

Kapitän Marc Janßen sah kurz vor Schluss die rote Karte.
Kapitän Marc Janßen sah kurz vor Schluss die rote Karte.

   „Denn“, so Reichert weiter, „wir waren hier und heute über eine ganz lange Zeit die bessere Mannschaft, aber wir haben es leider versäumt, aus besten Möglichkeiten und Großchancen unsere Treffer zu erzielen“, grollte der Königshardter Trainer nach dem Ende der Partie. Und so waren es die Gastgeber, die mit der gefühlt ersten Möglichkeit mit 1:0 in Führung gehen konnten. „Zu diesem Zeitpunkt hätten wir aber bereits mit 1:0 oder 2:0 in Führung liegen müssen“, ärgerte sich Reichert. Sportfreund Nurtekin Bulut konnte aber noch vor der Pause (41.) egalisieren. Im zweiten Abschnitt das gleiche Bild: Königshardt agiert, Königshardt lässt die Chancen liegen – und die Altenessener gehen ihrerseits erneut in Führung. Als dann auch noch kurz vor dem Ende der Partie (87.) Kapitän Marc Janßen mit Rot des Feldes verwiesen wurde, da schienen die Messen gelesen. „Aber wenn wir heute ohne auch nur einen Punkt nach Hause gefahren wären, dann wäre das eine Katastrophe gewesen“, befand Reichert. Doch der eingewechselte Daniel Schoss sicherte mit seinem Treffer in der 88. Spielminute das Unentschieden. „Natürlich, hier muss man erst einmal einen Punkt holen. Aber dennoch ärgere ich mich über das Zustandekommen. Auch wenn wir in Unterzahl den Ausgleich erzielt haben, so haben wir heute zwei Punkte liegen lassen“, so Robert Reichert.

Adler Frintrop - BW Lirich 3:2 (0:0)

Mit der Niederlage in Frintrop konnte BW-Trainer Jörg Lieg alles andere als einverstanden sein. „Ganz klar, hier war heute absolut mehr drin“, ärgerte sich der Liricher Übungsleiter über ein Füllhorn von verbaselten Möglichkeiten seiner Elf. Und so sollten es die Gastgeber sein, die durch einen Strafstoß in Führung gehen sollten. „Absolut unnötig“, verteilte Lieg das Prädikat vermeidbar an das Foulspiel, „da sahen wir einfach nicht gut aus. Da muss man so nicht hingehen“, so Lieg.

Jörg Lieg.
Jörg Lieg.

   Doch seine Jungs rappelten sich auf und besannen sich auf ihre Tugenden, Philip Hollweg und Sener Uzun drehten mit ihren Treffern die Partie zu Gunsten der Oberhausener. Doch die Freude, sie sollte nur kurzzeitig Bestand haben. Kaum war die Partie in Frintrop nach der BW-Führung wieder freigegeben, da rappelte das Leder auch schon wieder im Netz von Oberhausens Torsteher Jens Dowedeit. „Da waren wir völlig unkonzentriert und wohl noch beim Jubeln, das ist absoluter Mist und darf natürlich nicht passieren“, ärgerte sich Lieg über den mehr als überflüssigen Ausgleichstreffer der gastgebenden Adleraner. Und es sollte noch bitterer kommen für die Blau-Weißen. Rund fünf Minuten vor dem Schlusspfiff starteten die Frintroper einen Angriff auf das Oberhausener Gehäuse, das schlussendlich das 2:3 aus BW-Sicht nach sich ziehen sollte. „Da haben wir einfach keinen Zugriff auf den Ball bekommen. Nach dem 2:3 hatten wir noch zwei gute Möglichkeiten zum Ausgleich, die wir nicht nutzen konnten. So ist es wie im letzten Spiel, knapp verloren, gut gespielt, aber wir haben keine Punkte geholt“, so Jörg Lieg.

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Kommentare: 3
  • #1

    johann (Montag, 17 Dezember 2012 13:56)

    Gerade die beiden letzten Tore von Nord haben aber gezeigt, dass sie Glück hatten und vor allem von der Unfähigkeit der osterfelder offensive profitiert haben!
    Alles in allem seh ich die Bezirksliga als sehr schlechte Liga, im Vergleich zu den anderen Gruppen.

  • #2

    Markus (Montag, 17 Dezember 2012 15:24)

    Johann ? Das soll wohl ein Witz sein,oder? Guck dir doch mal die anderen Gurkengruppen an. In der Gruppe 4 spielen klasse Mannschaften mit vielen Spielern die schon höherklassig gespielt haben. Schau Dir die Gurkengruppe 9 an mit Dostlukspor,Rhenania , Genc Osman oder wie die Köppe alle heissen.

  • #3

    Gruppe 9 (Donnerstag, 20 Dezember 2012 19:37)

    Die Gruppe 9 ist wesentlich stärker als die Gruppe 4. Spielt mal gegen Rhenania oder Genk Osman, dann werdet ihr es sehen.